Am Arbeitsplatz in Deutschland muss man gegen die Hierarchie antreten

Bald musste ich mich mit der berüchtigten Hierarchie in der deutschen Wirtschaft auseinandersetzen:

„Ich würde gerne ein bisschen mehr machen. Mir wurde gesagt, dass wir einige neue Projekte haben und ich denke, dass ich da viel beitragen kann. Und um ehrlich zu sein, langweile ich mich auch oft.“ Mein damaliger Chef: „Oh Frau Marissen, wie schön. Aber es ist ein etwas ungewöhnlicher Vorschlag, Sie machen einen fantastischen Job. Mach einfach weiter. Wer aufsteigen will, muss sowieso promovieren, sonst bleibt man für immer in einer solchen Assistentenrolle.“

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Und den Klassiker habe ich mehr als einmal erlebt: „Können wir es nicht anders machen? Nein, das haben wir schon immer so gemacht, also werden wir das nicht ändern.“

Liegt das daran, dass ich eine Frau bin, ist das etwas Deutsches oder hatte ich einfach Pech? In den Niederlanden habe ich solche Situationen noch nie erlebt. iIn Deutschland schon mehrmals und ich höre das gleiche von Freunden. Es scheint, als ob Eigeninitiative und der Wille, mehr tun zu wollen, eher als Bedrohung denn als Vorteil angesehen werden.

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Verwöhnt oder ehrgeizig

Sehr frustrierend für den jüngeren Mitarbeiter, der voller Energie ist und gerne Initiative ergreift. Ein sehr guter Grund, sich aus Unzufriedenheit einen anderen Job zu suchen. Arbeitgeber empfinden es als forderndes und verwöhntes Verhalten, der jüngere Arbeitnehmer sehnt sich einfach nach einem herausfordernden Job, auf dem er etwas bewegen kann.

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Jetzt spreche ich hier aus eigener Erfahrung. Glücklicherweise erkennen auch immer mehr Unternehmen, dass sie mit der alten Arbeitskultur Chancen verpassen. Sie haben zum Beispiel immer mehr Probleme, Mitarbeiter langfristig zu halten und spüren den Konkurrenzdruck aus dem Ausland und hippe Startups.

Weicht Daimler von der strengen Hierarchie ab?

Dagegen versucht der Autohersteller Daimler – einer der größten Arbeitgeber Deutschlands – proaktiv etwas zu tun. Seit 2016 haben sie das Leaderhip 2020-Programm für ihr gesamtes Unternehmen geschaffen. Mit acht Führungsprinzipien; Purpose, Agilität, Empowerment, Driven-to-Win, Pioniergeist, Lernen, Co-Creation und Kundenorientierung müssen die Mitarbeiter zum „Umdenken“ bewegen. Durch teure Berater und Workshops versuchen sie sich mit allen möglichen Methoden an amerikanische Vorbilder (Amazon, Apple, Google etc.) und Startups anzupassen.

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Die Frage ist natürlich, inwieweit man eine Arbeitskultur von außen durchsetzen kann. Höchstwahrscheinlich wird es auf Widerstand der alten Garde stoßen: „Wir sind eines der erfolgreichsten Unternehmen weltweit, warum sollten wir etwas ändern?“

Und die jüngeren Mitarbeiter denken: „Warum hören sie auf Externe und nicht auf mich?“. Schwierig, aber immerhin gibt es Bewegung.

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