Anteil vegetarischer und veganer Produkte wächst: So betreten Sie den deutschen Markt

In den letzten Jahren sind in den Niederlanden viele Unternehmen entstanden, die innovative Produkte für vegetarische und vegane Verbraucher entwickeln. Da der niederländische Markt seine Grenzen hat, hilft ihnen der Agrar- und Lebensmittelmakler Jochem Wolthuis von  GO4EXPORT beim Eintritt in den deutschen Markt. Dies geschieht oft in Kombination mit dem GO4EXPORT-Partner Food Valley, dem Protein Cluster und StartLife.

Das Jahr startete gut mit 9 „grünen“ Startups auf der Grünen Woche in Berlin, einer großen Verbrauchermesse, auf der man gerne neue Produkte verkostet. In diesem Jahr sind viele weitere Messen, Handelsmissionen und Treffen geplant.

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Deutscher Markt für vegetarische und vegane Produkte wächst

Kein Wunder, dass die niederländischen Hersteller von vegetarischen und veganen Produkten mit Nachdruck auf Deutschland blicken. Nach Angaben der Interessenvertretung ProVeg ernähren sich in Deutschland etwa 8 Millionen Menschen vegetarisch und 1,3 Millionen vegan. Es wird geschätzt, dass täglich etwa 2.000 Vegetarier und 200 Veganer hinzukommen.

Dadurch wächst auch das „Veggie-Sortiment“ im Supermarkt. Nach Angaben des Marktforschungsinstituts Nielsen haben die Umsätze mit pflanzlichen Produkten im deutschen Lebensmitteleinzelhandel und Drogerien einen neuen Rekordwert erreicht. Zwischen 2017 und 2018 wurden 960 Millionen Euro mit veganem und vegetarischem Essen verkauft. Das ist eine Umsatzsteigerung von 30 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Die Discounter konnten ihren Jahresumsatz um mehr als ein Drittel steigern, während die klassischen Supermärkte einen Umsatzzuwachs von 23 % bei pflanzlichen Produkten verzeichneten.

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Deutschland dominiert seit einigen Jahren den veganen Markt. Hier gibt es mehr vegane Innovationen als in jedem anderen europäischen Land. Laut dem Marktforschungsunternehmen Mintel kamen zwischen Juli 2017 und Juni 2018 weltweit 15 % der neuen veganen Produkte aus Deutschland. Etwa 8 % der Lebensmittel- und Getränkeeinführungen in Deutschland sind als vegetarisch und 14 % als vegan gekennzeichnet. Zwischen Juli 2013 und Juni 2018 haben sich die veganen Produkteinführungen mehr als verdreifacht. Im Vergleich dazu entfielen 2012 nur 1 % auf die Einführung neuer veganer Produkte und nur 3 % auf die Einführung neuer vegetarischer Produkte.

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ProVeg sieht immer mehr Alternativen zu Fleisch und Milchprodukten. Die Interessenvertretung sieht auch, dass der Durchschnittsverbraucher zunehmend offen für pflanzliche Alternativen ist, auch weil es in Restaurants immer mehr Möglichkeiten gibt. Auch vegane Kleidung und Kosmetik sind auf dem Vormarsch. Diese Trends waren Anfang des Monats auf der Biofach in Nürnberg zu sehen.

Sehen breiter aus als der Supermarkt

In den Regalen eines deutschen Supermarkts zu landen ist natürlich ein großer Schritt.„Es gibt noch viel mehr Möglichkeiten. Wir haben einige Algenzüchter, die können ihre Algen auch als Halbfabrikat anbieten.“ Nachdrücklich weist der Agrar-Lebensmittel-Makler auch auf die Entwicklungen im sogenannten „Food-Service“-Segment hin. „Schauen Sie sich an, was in Betriebskantinen oder in Krankenhäusern passiert. Auch dort wächst das Interesse und die Akzeptanz für vegetarisches und veganes Essen.“

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Die Chancen stehen gut, dass niederländische Produkte den Weg zu den deutschen Verbrauchern finden, schätzt er ein. Ein gutes Produkt allein zu haben, reicht jedoch nicht aus, sagt er. „Du musst deine Hausaufgaben gut machen. Wir helfen dabei über GO4EXPORT. Mit unserem „Wachstumsbeschleuniger“ können Sie beispielsweise Ihre Kommunikation und Verpackung auf den deutschen Markt zuschneiden. Und wir helfen Ihnen auch auf Ihrem Weg, die richtigen Leute kennenzulernen.“

Gemeinsam den deutschen Markt betreten

Der Besuch einer Messe wie der Grünen Woche sei der Beginn der gemeinsamen Lernkurve der Startups, sagt Wolthuis. „Wir arbeiten zusammen und teilen unsere Erfahrungen. Wir helfen uns auch gegenseitig, indem wir gemeinsam kommunizieren, dass Sie mit diesen Produkten in Ihre eigene Gesundheit und ein besseres Klima investieren.“ Wolthuis findet, dass die Botschaft dem neuen Zeitgeist angemessen ist. „Es ist mehr als ein neuer Food-Trend, es ist nicht weniger als eine Veränderung unserer Esskultur. Wir zeigen diese Innovation.“

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Für niederländische Produzenten wird es in diesem Jahr viele Möglichkeiten in Deutschland geben. Im März findet die große Gastronomiemesse Internorga in Hamburg statt. Es gibt auch einige Holländer dort. „Wir hoffen auch, neue deutsche Delegationen zur Inspiration in die Niederlande zu holen. Wir wollen uns auch auf deutschen Messen präsentieren, oder auf einer Hausmesse eines großen deutschen Supermarkts.“

Viele niederländische Lebensmittelinnovationen finden rund um die Universität Wageningen statt. Dort wird im Oktober 2020 der Foodvalley Summit organisiert. „Eine tolle Gelegenheit, deutsche Gäste einzuladen. Wir schließen 2020 mit einem Holland-Pavillon auf der Health and Natural Ingredients Fair in Frankfurt ab.“

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