Audio – Deutsche Ladenbesitzer wütend, weil sie seit November auf Corona-Unterstützung warten

Im November wurde Deutschland gesperrt, was Geschäfte und viele andere Unternehmen zur Schließung zwang. Keine Sorge, sagte die Regierung. Wenn Sie schließen müssen, übernehmen wir bis zu 75 % Ihres Umsatzes. Und wer durch die Maßnahmen ein Drittel seines Umsatzes verliert, erhält einen Fixkostenzuschuss. Gilt für Shops, Gastronomie, Freiberufler, Messen etc. Bis maximal 1,5 Millionen Euro monatlich.

Klingt schön, aber seit November ist dieses Geld noch nicht ausgezahlt. Tatsächlich ist die Online-Plattform, auf der Sie es anfordern können, gerade erst online. Dadurch sind viele Unternehmer ohne Einkommen aber mit Fixkosten ratlos.

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Corona-Unterstützung wartet

Schneller ging es nach Angaben des Wirtschaftsministeriums nicht, weil eine Abstimmung mit dem Finanzministerium (Olaf Scholz) erfolgen musste. Zwischen den Ministerien herrscht Uneinigkeit darüber, was Unternehmer zurückzahlen dürfen. Auch zwischen den Ländern und dem Bund gab es einen Wirbel um die Ausgestaltung der Plattform. Mindestens 200 IT-Spezialisten eines externen Softwareunternehmens waren damit beschäftigt, diese Plattform aufzubauen. Die Auszahlung muss also noch beginnen. Zudem hat die Regierung offenbar bereits im November berücksichtigt, dass die Zahlung erst im Februar erfolgen wird.

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Wie reagieren Unternehmer darauf?

wütend. Einzelhandelssprecher Stefan Genth (HDE) sagt im Handelsblatt: Während die Hilfsmaßnahmen im Schneckentempo anlaufen, wüten die Pleiten durch die Einkaufsstraßen. Nach Angaben der Branche stehen mindestens 50.000 Geschäfte vor dem Kollaps. Große Ketten wie C&A, Douglas, H&M und Galeria Karstadt Kaufhof haben bereits angekündigt, Filialen zu schließen. Der Ökonom Christian Rusche vom IW befürchtet vor allem, dass kleinere Läden das Los ziehen müssen.

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Was könnte Altmaier tun, um die wütenden Unternehmer zu beruhigen?

Hübsches kleines. Er ist offenbar nicht in der Lage, die Hilfe schneller auszuzahlen. Mehr Unterstützung kann er alleine nicht versprechen. Und er kann nicht sagen, wann die Geschäfte wieder öffnen dürfen. Das wird frühestens am 3. März in den Corona-Beratungen mit den Ländern wieder diskutiert. Das Treffen in dieser Woche sollte vor allem Altmaiers Image ein wenig retten, heißt es in einer sarkastischen Kolumne in der Welt. Der Minister versprach jedoch, gemeinsam mit den Unternehmern die Öffnungsstrategie zu erarbeiten.

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