BNR Nieuwsradio – Warum das Stromkabel zwischen Norwegen und Deutschland die niederländische Energiewende beeinflusst

Kanzlerin Angela Merkel hat kürzlich den Nordlink eröffnet. Das ist ein 770 Kilometer langes Stromkabel, das zwischen Deutschland und Norwegen über den Meeresboden verlegt wurde. Mit dem Nordlink können Norddeutschland und Norwegen Strom austauschen, wenn einer von ihnen einen Überschuss hat.

Hören Sie den Beitrag von Derk Marseille auf BNR Nieuwsradio

Fast 800 Kilometer Strom. Das ist ziemlich viel!

Lesen Sie auch: Neue App für die Autobahn hilft Staus zu vermeiden.

Jawohl! Mit diesem Kabel können 3,6 Millionen Haushalte in beide Richtungen versorgt werden. Ein Milliardenprojekt des niederländisch-deutschen Netzbetreibers TenneT.]

Merkel öffnet virtuell das Kabel, warum ist ihr das so wichtig?

Sie sieht darin einen wichtigen Baustein für die Energiewende. 2011 war sie an der Basis des Abschieds von der Kernenergie. Um die Klimaziele zu erreichen, muss Deutschland auch auf Kohle verzichten, deshalb wird zusätzlich in nachhaltige Energie investiert. Sie wird solche Projekte auch gerne als ihr Vermächtnis sehen.

Lesen Sie auch: Deutschland will mit dieser Strategie einen erneuten Lockdown verhindern.

Das klingt sehr technisch, wie hilft dieses Kabel bei der Energiewende?

Mit Atomkraftwerken und Kohle verschwinden die zentralen Stromversorgungen. Erneuerbare Energie kommt aus vielen verschiedenen Richtungen über Windmühlen und Sonnenkollektoren. Das gesamte Stromnetz muss daher dezentral gesteuert werden. Bei starkem Wind geht der überschüssige Strom aus Norddeutschland nicht nur in die Niederlande, sondern auch nach Norwegen. Umgekehrt kann bei Windstille Energie aus norwegischen Wasserkraftwerken nach Norddeutschland geschickt werden. Auch dank dieser Art von Projekten kann Deutschland den Strom besser verteilen.

Lesen Sie auch: BNR Deutschland: Wie die Niederländerin Nijdra die deutsche Konkurrenz übertrumpft.

Es ist ein Projekt des niederländisch-deutschen Tennet? Welche Auswirkungen hat das auf die Niederlande?

Tennet ist ein niederländischer Energieversorger, der vor einigen Jahren einen Großteil des deutschen Stromnetzes gekauft hat. Inzwischen zeigt die deutsche Regierung Interesse an einer großen Beteiligung an Tennet, die es wirklich zu einem niederländisch-deutschen Unternehmen machen würde. Dies ist innerhalb der Energiewende wichtig, bei der die Stromnetze weniger national, sondern viel stärker international vernetzt sind.

Lesen Sie auch: BNR Deutschland: Batteriehersteller Jan IJspeert musste sich an Berlin gewöhnen.

Gleichzeitig werden die Arbeiten an Nordstream 2 (dem Gas zwischen Deutschland und Russland) diese Woche wieder aufgenommen. Ein weiteres geopolitisches Thema, wie geht es weiter?

Russisches Gas nach Deutschland, 2 Kilometer noch zu bauen. Damit ist dieses Projekt fast abgeschlossen. Sie hat sich unter anderem nach der Androhung von Trump-Sanktionen stark verzögert. Die USA lehnen Biden unter Biden immer noch vehement ab, haben aber die Androhung von Sanktionen zur Wiederherstellung der Beziehungen zu Deutschland beseitigt. Gleichzeitig gibt es mittlerweile viele Spannungen zwischen Russland und Europa. Das bleibt also ein sehr heikles Thema.

Lesen Sie auch: Wie Corona den Tourismus in Berlin hart trifft.

Welche Rolle spielen dabei die Wahlen?

Dies macht es zu einem Wahlthema. Die aktuelle Koalition aus CDU/SPD war dafür.Sie sind aus ökologischen und humanitären Gründen gegen das Gas aus Russland. Dies wird also in den kommenden Monaten ein sehr sensibles Thema bleiben, das von der ganzen Welt beobachtet wird.

BNR und anderes Audio

Hören Sie andere Podcasts von Deutschland-Nachrichten.