BNR – Warum der Gründer von Louis Vuitton Milliarden in Birckenstock investiert

Das 240 Jahre alte Familienunternehmen Birckenstock gerät in ausländische Hände. Das wirft in Deutschland Fragen auf. Es ist zu befürchten, dass viele traditionelle Produzenten einer ausländischen Übernahme zum Opfer fallen könnten.

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Birkenstock in fremder Hand

Was passiert bei Birkenstock?

Es ist natürlich eine bekannte Marke, die auch in den Niederlanden populär geworden ist. Früher nur von Krankenschwestern und Hippies getragen, später aber lief ein sehr breites Publikum auf den Sandalen, die vor allem getragen werden, weil sie bequem sind. Vor drei Jahren übergab die Familie Birckenstock die laufende Geschäftsführung an eine nicht verwandte Geschäftsführung. Jetzt übernehmen die amerikanisch-französische Private-Equity-Gesellschaft L Catterton und eine Holding des französischen Milliardärs Bernard Arnault. Damit investiert der Gründer des Luxusproduktgiganten LVMH Moët Hennessy – Louis Vuitton SE in Gesundheitssandalen.

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Wie viel Geld ist es?

Laut deutschen Medien auf 4 Milliarden Euro. In Linz am Rhein (Rheinland-Pfalz) läuft es gut, 2019 wurden 24 Millionen Paare Birckenstock verkauft, ein Umsatz von 700 Millionen Euro. Es beschäftigt weltweit 3.600 Mitarbeiter. Auch für den Familienbetrieb war die Corona-Krise nicht schlecht, denn durch den Lockdown laufen immer mehr Menschen in bequemen Sandalen zu Hause herum. Dann ist das Aussehen weniger wichtig. Nun sei es an der Zeit, die Mehrheitsanteile loszuwerden, um den chinesischen und indischen Markt besser erobern zu können, so die Erben.

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Jetzt hat Deutschland erst im vergangenen Sommer ein Gesetz verabschiedet, das verhindert, dass solche Unternehmen leicht übernommen werden. Wieso den?

Die deutsche Industrie hat bereits mit einer Reihe von Trends wie der Digitalisierung und dem Wettbewerb mit den USA und China zu kämpfen. Es wurde befürchtet, dass aufgrund der Corona-Krise viele produzierende Unternehmen, Maschinenbauer, Produzenten etc. mittlerweile zur leichten Beute für ausländische Investoren werden. Dieser konzentrierte sich hauptsächlich auf China, aber natürlich auch Investoren aus den USA und anderen europäischen Ländern.

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Wie ernst ist diese Angst?

Jährlich werden rund 1.100 Unternehmen erworben, die Hälfte davon von ausländischen Investoren. Die meisten Akquisitionen erfolgen am Finanzplatz London (5%). Es folgen die Schweiz (4%) und dann die Niederlande mit 3%. China ist mit 2,2 % nur knapp in den Top 10. Doch ihr Anteil wächst seit mehreren Jahren in Folge.

So viele niederländische Investitionen, was steckt dahinter?

Es ist eine großartige Gelegenheit für niederländische Investoren/Unternehmen, in den deutschen Markt einzusteigen. Die Deutsch-Niederländische Handelskammer rechnet aufgrund der Corona-Krise mit einem Anstieg.

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