Corona bringt Zwolle, Enschede und Münster näher zusammen

Zwolle liegt nicht direkt an der Grenze zu Deutschland. Dennoch hatte die Hauptstadt Overijssel bereits zu Beginn der Corona-Krise mit dem Nachbarland zu kämpfen. Die ersten beiden nach Deutschland überstellten niederländischen Corona-Patienten gingen von den Isala-Kliniken in Zwolle ins Universitätsklinikum Münster (UKM). Zuvor hatten die Bürgermeister Onno van Veldhuizen von Enschede und Markus Lewe von Münster über ihre Rolle dabei berichtet. Auch Bürgermeister Peter Snijders von Zwolle ist direkt beteiligt. „In Zwolle erwarten wir einen Höchststand bei den Zulassungszahlen. Deshalb ist es sehr schön, dass Patienten nach Deutschland gehen können. Im Namen der Stadt Zwolle habe ich sofort ein Dankesschreiben an den Bürgermeister von Münster geschickt.“

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Dauerwert

Isala sei ein Top-Krankenhaus mit wichtiger Funktion für die Region und eng mit der deutschen Versorgung verbunden, sagt der Bürgermeister. „Diese Krise erfordert ein Denken über den Tellerrand hinaus. Schön, dass wir dann in Deutschland Hilfe suchen können. Und es ist schön, dass sie dazu bereit sind. Sehr professionell.“

Die enge Verwandtschaft zeigt sich beispielsweise daran, wie viele Menschen aus Deutschland im niederländischen Gesundheitswesen arbeiten. In Overijssel sind dies nach aktuellen Zahlen von Grensdata.eu bereits 550 Mitarbeiter. Snijders erkennt diese natürliche Bindung an. „Davor war ich Bürgermeister der Grenzgemeinde Hardenberg, für mich ist es logisch, grenzenlos zu denken.“

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Das sei auch für Zwolle selbstverständlich, sagt Snijders. „Als Hansestadt ist dieser Blick nach Osten in unserer Geschichte verankert. Aber man muss eine Beziehung pflegen.“ Wegen Corona entstehen nun grenzüberschreitende Beratungen, die der Bürgermeister auch nach der Krise aufrechterhalten möchte. „Das hat bleibenden Wert, das gute Verhältnis zu Deutschland ist in unser aller Interesse.“

Verbindung Zwolle, Enschede und Münster

Zwolle, Enschede und Münster arbeiten nun in der Patientenversorgung zusammen. „Auch in Zukunft werden wir Fähigkeiten und Know-how miteinander teilen können. Das müssen wir garantieren.“ Die Städte sprachen bereits von einer Anbindung mittels einer S-Bahn, einer Stadtbahn. „Münsterland, Twente und Zwolle gehören zusammen. Ein guter öffentlicher Verkehr ist daher eine unbedingte Voraussetzung für eine gute Erreichbarkeit. Diese Krise zeigt mehr denn je, wie nützlich und notwendig dies ist.“

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Die Verwaltungswelt wird nach Corona sicherlich anders aussehen, prognostiziert Snijders. „Viele Projekte und Budgets werden neu geprüft.“ Es sei zu früh, dazu Aussagen zu machen, will er sagen. „Aber Corona zeigt in vielen Bereichen, dass wir zusammengehören. Wir ergänzen uns in Bereichen wie Bildung, Gesundheitswesen und Wirtschaft. Münster, Enschede und Zwolle rücken immer näher zusammen.“

Die Region Zwolle hat 22 Gemeinden in 4 Provinzen mit insgesamt 750.000 Einwohnern.„Wir können an bestehende Initiativen anknüpfen, etwa an die guten Beziehungen zwischen Enschede und Münster. Dem können wir noch viel hinzufügen.“

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Deshalb sei neben der Sbahn Zwolle-Münster eine weitere Verbindung wichtig, sagt Snijders. „Gemeinsam mit Drenthe engagieren wir uns für den Ausbau der A37/E233. Auf diese Weise sind Bremen und Hamburg auch von Zwolle aus viel besser erreichbar. Dafür setzen wir uns gemeinsam mit Deutschland verstärkt ein.“

Verbinden

Snijders freut sich schon auf die Zeit nach der Krise. „Nach dem Dankesschreiben möchte ich auch gerne persönlich mit dem Oberbürgermeister von Münster sprechen.“ Das macht er auch gerne mit seinem Kollegen aus Enschede. „Es ist großartig, wie Onno van Veldhuizen in den letzten Jahren an dieser Band gearbeitet hat. Daran schließen wir uns gerne an.“

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  • Markus Lewe, Oberbürgermeister von Münster
  • Onno van Veldhuizen, Bürgermeister von Enschede.