D-Talk Reshoring: Deutsche Industrie ist wegen der Corona-Krise offener für niederländische Zulieferer

Reshoring: In der Videoreihe D-Talk von Germanynieuws.nl und der Deutsch-Niederländischen Handelskammer diskutieren Experten relevante Hintergründe zu den Nachrichten. Die Themen richten sich an Unternehmer und politische Entscheidungsträger, für die Deutschland von entscheidender Bedeutung ist.

In der neuen Folge sprechen Moderator Derk Marseille und Direktor Günter Gülker von der Deutsch-Niederländischen Handelskammer (DNHK) über die neuesten Reshoring-Entwicklungen. Nachdem die Corona-Krise gezeigt hat, wie anfällig die Lieferketten sind, erwägt die deutsche Industrie, mehr Produktion nach Europa zu bringen.

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Corona-Krise lässt deutsche Hersteller über Reshoring nachdenken

In den letzten Jahrzehnten wurde viel Produktion von Europa nach Asien verlagert, um die Kosten niedrig zu halten. Die Corona-Krise zeigt, wie anfällig lange Lieferketten sind. Das zeigte sich, als in China das Coronavirus ausbrach, das viele deutsche Hersteller ohne Teile zurückließ. Und als die Pandemie Europa traf, kam der zweite Schlag. „Im Automobilbereich beispielsweise konnte die Produktion mehrere Wochen nicht stattfinden“, sagt Gülker. „Und deshalb suchen die Leute nach Alternativen zum Single Sourcing aus Asien oder Amerika. Dann schauen Sie sich Lieferanten näher an der Heimat an. Eine logische Untersuchung.“

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Ist Europa mit Reshoring auf dem Weg zum autarken Industriestaat? „Das erscheint mir stark“, sagt Gülker. „Aber mehr Unabhängigkeit ist sicherlich wünschenswert. Das ist angesichts der geopolitischen Veränderungen der letzten Jahre sicherlich ein nachhaltiger Trend.“ Das bedeute, dass Europa eine selbstbewusstere Rolle einnehmen müsse, sagt der DNHK-Direktor. „Dann macht es Sinn, dass man seine Risiken ein bisschen verteilt.“

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Die niederländische Industrie hat ein gutes Image in Deutschland

Die Idee des Reshoring sorge dafür, dass deutsche OEMs gegenüber niederländischen Zulieferern noch offener seien, stellt Gülker fest. „Das Image der niederländischen Geschäftswelt ist positiv.“ Beide Länder werden auch eine Zusammenarbeit bei neuen Technologien wie 5G anstreben. „Wir arbeiten beide daran. Wenn man das gemeinsam aufstellt, könnte das ein Vorteil gegenüber anderen europäischen Ländern sein.“

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Trotzdem müssen die Niederlande wirklich ihr Bestes geben, um beim großen Nachbarn im Bilde zu bleiben. „Es gibt ziemlich viel Automobilproduktion von deutschen OEMs in anderen Ländern in Europa, die haben auch viel Wissen. Aber die Position der Niederlande ist sicher nicht schlecht, das Image ist gut.“ Die Niederländer müssen daher in Deutschland schnell an die Tür klopfen, was Gülker betrifft. „Senden Sie jetzt Ihre Vorschläge. Dann würden wir gerne sehen, was dabei herauskommt.“

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D-Gespräch über Wasserstoff

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