Deutschland ist offen für niederländische Beiträge zu Top-Trends wie Cybersicherheit und Künstliche Intelligenz

Die Niederlande sind in verschiedenen Bereichen der Digitalisierung, wie Cybersecurity und Künstliche Intelligenz, einer der europäischen Marktführer. Das macht sich in der deutschen Industrie und Politik bemerkbar. Die Neugier auf den niederländischen Ansatz war unter anderem bei der Delegationsreise großer deutscher Hersteller im vergangenen Sommer nach Eindhoven deutlich spürbar. Beim Deutschlandtag am 25. März in Utrecht erläutern Experten von RVO, FME und der niederländischen Botschaft in Deutschland in Workshops, wie Unternehmer konkret darauf reagieren können.

Während des Deutschlandtages werden spezielle Workshops zu Cybersecurity und Künstliche Intelligenz diese Themen vertiefen. Exportberatungsleiterin Alexandra Sierra von der Deutsch-Niederländischen Handelskammer (DNHK) merkt immer wieder, wie sich deutsche Produktion und niederländische Innovation in digitalen Projekten gut ergänzen können. „In einigen Punkten liegen die Niederlande bei der Digitalisierung vor der deutschen Industrie. Wenn deutsche Unternehmen die richtigen niederländischen Partner finden, können sie eine Reihe von Entwicklungen deutlich beschleunigen.“

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Die Niederländer haben praktische Erfahrung in der Cybersicherheit

Niederländische Parteien im Bereich Cybersicherheit seien aus verschiedenen Gründen für deutsche Unternehmen interessant, sagt Peter Möhring. Als Vorsitzender des Sicherheitsnetzwerk München, dem Branchenverband für Cybersicherheit in Bayern, hat er in den letzten Jahren verschiedene niederländische Delegationen empfangen. „Die Erfahrungen, die niederländische Unternehmen in der Zusammenarbeit zwischen Regierungen, Bildungseinrichtungen und der Wirtschaft gesammelt haben, sind sehr interessant. Während in Deutschland zu bestimmten Themen nur theoretische Arbeit auf besonders hohem Niveau geleistet wird, verfügen die Niederländer über praktische Erfahrung. Sie wissen, wie man es gut umsetzt, wir können viel daraus lernen.“

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Interessant für deutsche Unternehmen ist auch, dass die Niederlande laut Möhring die ideale Größe als Pilotmarkt haben. „Sie haben alles, was Sie für einen guten Test brauchen. Einer neuen Technologie muss Zeit und Raum zur Entwicklung gegeben werden und eine positive Bereitschaft, sie zu unterstützen. Das funktioniert in den Niederlanden sehr gut, denn dafür gibt es die richtige Mentalität. Da ist der Mut, Neues auszuprobieren und der Mut, aus Fehlern zu lernen.“

Auf akademischer Ebene fand Möhring einen weiteren interessanten Unterschied. „In den Niederlanden wird Cybersicherheit nicht nur als rein technisches Thema, sondern auch aus soziologischer und psychologischer Perspektive betrachtet. Es wäre toll, wenn niederländische Universitäten wie Delft und Leiden dies mehr nach Deutschland bringen könnten, denn sie sind in diesem Bereich extrem weit fortgeschritten.Der deutsche Cybersicherheitsmarkt ist ziemlich wettbewerbsintensiv und deutsche Kunden bevorzugen oft lokale Anbieter. Im Auftrag des RVO hat das Generalkonsulat in München kürzlich eine Sektorstudie zu Chancen und Barrieren für den niederländischen Cybersicherheitssektor in Süddeutschland durchgeführt. Die Ergebnisse werden im Rahmen des Workshops am Deutschlandtag präsentiert.

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Der Bericht zeigt, dass es in Deutschland trotz starker Konkurrenz durchaus Chancen gibt. „Menschen suchen international nach spezifischen Kenntnissen und Fähigkeiten, zum Beispiel im Bereich Verteidigung, Managementsysteme für Informationssicherheit (ISMS) und der Interaktion zwischen Mensch, Organisation und Technik. Das niederländische Cybersicherheits-Ökosystem hat die Expertise, dies zu liefern, andererseits braucht der niederländische Bereich auch Wissen und Expertise aus Deutschland.“

Marktstudie zu Chancen der Künstlichen Intelligenz (KI)

Sowohl Deutschland als auch die Niederlande arbeiten intensiv an Innovationen rund um Künstliche Intelligenz (KI). Holländischen Unternehmern sei dabei mit deutschen Partnern geholfen worden, sagt Sierra vom DNHK. „Der deutsche Maschinenbau ist weltberühmt und kann auch für niederländische Unternehmen viel Gutes tun.“

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Während des Workshops wird Bart Sattler von der Niederländischen Botschaft in Berlin einen kurzen Überblick über KI in Deutschland geben. Erläutert wird auch eine Marktstudie, die Botschaft und RVO vom Fraunhofer-Institut durchführen lassen, um die Chancen in Deutschland für niederländische Unternehmen und Wissensinstitute aufzuzeigen. „Die Chancen sind enorm, aber wie nutzt man sie als Unternehmen der Technologiebranche? Wo liegen die Chancen und wo fängt man an?“ Diese Fragen stehen im Mittelpunkt des interaktiven KI-Workshops. Anschließend präsentieren Mark Peters von IJssel Technology und Ronald Teijken von IBM die Möglichkeiten für den Einsatz von KI in Ihrem Unternehmen aus der FME-Plattform ‚AI for Industry‘, ergänzt um praktische Beispiele.

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Cybersicherheit und Künstliche Intelligenz: Melden Sie sich für den Deutschlandtag 2020 an

Kommen Sie zur vierten Ausgabe des Deutschlandtages am Mittwoch, 25. März 2020 in die Fabrique in Utrecht. Weitere Informationen und Anmeldung.

  • Mehr Informationen zum Cybersecurity-Workshop
  • Mehr Informationen zum Workshop Künstliche Intelligenz (KI)

Parallel zum Deutschlandtag findet auch das Holland High Tech Spring Event 2020 statt. Keynote Speaker ist Manon van Beek (CEO TenneT Holding).