Die Deutsche Bahn sucht aktiv nach niederländischen Auftragnehmern für neue Bahnprojekte

Die Deutsche Bahn wird in den nächsten 10 Jahren 86 Milliarden Euro in den Unterhalt und die Sanierung bestehender Gleise investieren. Aber auch viele neue Projekte sind geplant, im Nachbarland Nordrhein-Westfalen wird viel gearbeitet. Um all diese Arbeiten bewältigen zu können, sucht die Deutsche Bahn nun auch Auftragnehmer aus den Niederlanden. Dazu wird es am 24. September in Kleve, Deutschland, nahe der niederländischen Grenze, eine Sondersitzung geben.

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Ein nicht unwichtiges Dossier innerhalb dieses Themas ist die deutsche Anbindung an die Betuwe-Route. Freddy Heinzel ist Rechtsanwalt bei STRICK Rechtsanwälte & Steuerberater, wo das Treffen organisiert wird, aber als Honorarkonsul in dieser Region für die Niederlande besuchte er Anfang des Jahres zusammen mit der niederländischen Botschafterin in Deutschland Wepke Kingma eine Baustelle, wo die deutsche Verbindung ist in Arbeit. „Es ist klar, dass die Betuwe-Strecke in den Niederlanden schon lange fertig ist, während in Deutschland nur 12 Abschnitte zwischen Zevenaar und Oberhausen fertig gestellt werden müssen.“

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Niederländische Expertise willkommen in Deutschland

Einerseits gibt es in den Niederlanden Frust, dass dies so lange dauert. Gleichzeitig bieten sowohl die niederländische Erfahrung mit der Betuwe-Strecke als auch die großen Investitionen in die deutsche Bahninfrastruktur gute Chancen für die niederländische Wirtschaft, sagt Heinzel. „In den Niederlanden gibt es viel Know-how zu allen technischen Details rund um die Betuwelijn. Denken Sie an die Konstruktion der Schienen selbst, aber auch an die Lärmschutzwand und alle damit verbundenen technischen Details.“ Das sei in Deutschland gut zu gebrauchen, so der Anwalt. „Für den deutschen Teil gibt es noch viele Jahre zu tun. Wenn man das gut macht, ist das eine große Chance für Unternehmer.“

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Um an einer Ausschreibung in Deutschland teilnehmen zu können, sei eine gute Vorbereitung erforderlich, sagt Heinzel. „An sich unterscheidet sich eine deutsche Ausschreibung nicht von einem niederländischen Verfahren.“ Allerdings muss man auf einiges achten, erklärt er. „Die Bedingungen entsprechen deutschem Recht. Als Unternehmen müssen Sie also deutschen Standards genügen. Denken Sie an die Handwerksordnung, VOB Bau, BGB und die deutschen DIN-Normen.“ Darauf muss man bei der Vorbereitung wirklich eintauchen, sagt er. „Fehler dabei können nicht nachträglich korrigiert werden, weil dann andere Teilnehmer benachteiligt werden.“

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Das Treffen in Kleve soll vor allem niederländische Unternehmer damit vertraut machen, sagt Heinzel. „Als Unternehmen aus einem kleineren Land muss man sich in Deutschland mit viel größeren Projekten auseinandersetzen. Darauf muss man sich einstellen.“ Dennoch sei die Expertise aus den Niederlanden in Deutschland willkommen, stellt er fest.Weitere Informationen und Anmeldung..

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