Megatrends in der Industrie 4.0: Technologien verschmelzen

Die Digitalisierung der Industrie wird in Deutschland oft als Industrie 4.0 bezeichnet, während in den Niederlanden der Begriff „Smart Industry“ gebräuchlich ist. Hinzu kommt der Wunsch, weitere energiesparende Technologien zu entwickeln. Die Auswirkungen davon sind für viele Unternehmen enorm. Wissenschaftler gehen nun davon aus, dass daraus ein Megatrend entstehen wird: die Verschmelzung von Technologien.

Konkret bedeutet dies, dass unterschiedliche Industriezweige zusammenkommen. Früher arbeiteten sie völlig unabhängig voneinander. Erste Anzeichen dafür seien auf deutschen Messen zu sehen, sagt Peter Ottmann, Vorstandsvorsitzender der NürnbergMesse Group. „Wir sehen, wie Technologien verschmelzen und welche neuen Ideen und Produkte daraus entstehen.“

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Megatrends: Schonender Umgang mit Ressourcen durch Clean Tech

Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit gehen Hand in Hand. Die Reduzierung von CO2 erfordert nachhaltige saubere Technologien und Prozesse. Und so sieht man Clean Tech immer häufiger. Das Ziel von Clean Tech: Emissionen vollständig zu vermeiden und wirtschaftliche Aspekte zu berücksichtigen. Viele Unternehmen nutzen beispielsweise die bei der Produktion anfallende Abwärme zur Energiegewinnung. Dies reduziert den Energieverbrauch und zusätzliche Emissionen. „Die Chillventa – die Fachmesse für Energieeffizienz, Wärmepumpen und Kältetechnik – wird sich im Oktober 2020 intensiv daran beteiligen.“

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Industrie 4.0 verbindet zunehmend

Zudem spielt die Digitalisierung und damit Industrie 4.0 eine immer wichtigere Rolle. Vor allem in der Fertigungsindustrie. Durch die Vernetzung von Maschinen oder Prozessen mit digitalen Informations- und Kommunikationstechnologien wird die Produktion effizienter. Eingebettete Technologien bilden die technische Basis für Netzwerksysteme. Dies ist während der embedded world Exhibition&Conference Anfang 2021 zu sehen.

Bei der Bühler AG beispielsweise liegt der Fokus darauf, Produktionsausfälle zu reduzieren, was hilft, Kosten und Ressourcen zu sparen. Marcello Fabbroni, Director Product Management & Marketing: „Um die Produktivität im Spritzguss zu steigern, müssen wir an den Faktoren Zykluszeit und Verfügbarkeit arbeiten. Der erste Schritt besteht darin, digitale Technologien nur noch in der Spritzgießmaschine einzusetzen. Sondern den gesamten Prozess von einem zentralen Punkt aus überwachen, steuern und verwalten.“

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Cybersecurity – sichere Kommunikation in der Industrie 4.0

„Digitalisierung und Industrie 4.0 zählen zu den Megatrends. Kein Unternehmen kann es sich leisten, dies zu ignorieren. Gleichzeitig hört man auch immer häufiger, dass Hacker Webseiten, Geräte und ganze Unternehmen lahmlegen“, sagt Dr. Christian Ellwein, Geschäftsführer der KRIWAN Industrie-Elektronik GmbH.Die Nachfrage nach einem besseren Schutz vor Cyberkriminalität wächst mit dem Aufkommen von Industrie 4.0. Das zeigt die it-sa – Fachmesse für IT-Sicherheit im Oktober 2020. Die weltgrößte Fachmesse für Cybersicherheit zog im vergangenen Herbst 756 Aussteller und knapp 15.600 nach Nürnberg.

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In Nürnberg treffen die Megatrends bereits während der it-sa, der embedded world und der Chillventa zusammen, so Dr. Roland Fleck: „Megatrends wie die Digitalisierung oder das ‚Merging of Technologies‘ stärken unsere internationalen Messen. Man wird zu neuen Erkenntnissen geführt und kommt mit neuer Technik und neuen Kontakten in Kontakt.“