Plug-in-Autos und -Fahrräder: IAA-Automesse zeigt den Wandel der deutschen Autoindustrie

Doch der eingefleischte Autoliebhaber muss eine Weile schlucken. Bei diesem traditionellen Fest aus Dieselabgasen und glänzenden Blechdosen werden in diesem Jahr vor allem neue Plug-in-Autos präsentiert. Auch Fahrräder sind heutzutage willkommen.

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Die IAA findet diesmal nicht mehr in Frankfurt statt, sondern in München. Ist dann alles anders?

Für den Stammgast ist es in der Tat gewöhnungsbedürftig. Diesmal geht es nicht um PS, sondern um Nachhaltigkeit. Neuer Standort, neues Konzept und es dauert die Hälfte der Zeit. Bereits auf der letzten IAA gingen die Besucherzahlen zurück (von 800.000 im Jahr 2017 auf 500.000 im Jahr 2019).

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Da war klar, dass sich etwas ändern musste. Von einer internationalen Automobilausstellung aus ist die aktuelle IAA in erster Linie ein Ort, an dem die deutsche Industrie zeigen will, ob sie für die Zukunft gerüstet ist. Internationale Marken wie Toyota, Opel-Mutterkonzern Stellantis mit Marken wie Peugeot, Fiat, Opel, Citroën und Jeep kommen nicht nach München.

Elektroautos Made in Germany

Die deutsche Autoindustrie will also zeigen, dass sie für die Zukunft gerüstet ist, was können wir erwarten?

Volkswagen präsentiert den neuen Bulli, es wird auch eine elektrische Variante des VW Transporters geben, einst vom niederländischen Importeur Pon entwickelt. Aber auch BMW, Daimler, Audi und Porsche zeigen hier vor allem ihre neuen Elektromodelle. Zur Eröffnung kommt Angela Merkel, da will die Branche zeigen, wie nachhaltig sie ist.

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In München werden viele Demonstranten erwartet, aber die Autohersteller sind ihrer Meinung nach noch nicht grün genug

In der Tat. Die bayerische Polizei trifft mit 4.500 Mann ein, um die Demonstrationen in Schach zu halten. Sie erwarten den größten Polizeieinsatz seit 20 Jahren.

Die Aktivisten halten das Elektroauto für keine gute Alternative zum Verbrennungsmotor. „Elektroautos sind aus sozialer oder ökologischer Sicht keine Lösung.“

Auch Umweltorganisationen wie Greenpeace und die Deutsche Umwelthilfe (bekannt durch die Diesel-Verbotsklagen) starten Klagen gegen Autohersteller, um Emissionsreduktionen schneller durchzusetzen.

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Holland High Tech, intelligentes Laden und Radfahren

Fast 40 Aussteller aus den Niederlanden nehmen ebenfalls teil. Wie passen sie in die neue IAA?

Die meisten deutschen Autos sind voll mit niederländischen Teilen, bekannte Beispiele sind die Dachsysteme von Inalfa aus Venray, aber auch VDL Nedcar oder AWL aus Harderwijk haben große Stände. Die Lieferanten haben einen Holland Pavillon.

Neu ist sicherlich, dass niederländische Experten über die Erfahrungen mit Ladesäuleninfrastruktur und Smart City sprechen dürfen, wie etwa Baerte de Brey von ELaadNL, Nancy Kabalt-Groot vom Formala E Team und Generalkonsul Paul Ymkers aus München.

Auch das Fahrrad ist bei dieser Automesse, die heute hauptsächlich eine Mobilitätsmesse ist, willkommen.Unter anderem spricht der stellvertretende Bürgermeister von Utrecht Eelco Eerenberg in einem Panel darüber, wie niederländische Städte dabei vorgehen. So ist die Dieselparty heutzutage auf ganz andere Zutaten angewiesen..