Podcast ‚der Schlag‘ – Wie Corona den deutschen Exportschlager Maschinenbau stoppt

Der Maschinenbau war jahrelang einer der größten Exportschlager Deutschlands. Doch für das vergangene Jahr haben sich die Aussichten deutlich eingetrübt. Die Corona-Krise ist nun vorbei. Wie schwer ist der Schlag?

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Wie groß ist der Schaden?

Im Mai wurden 85 % der Bestellungen storniert. Es läuft so schlecht, dass niemand es wagt, genau zu sagen, wie schlimm es ist. Der Fachverband VDMA hat daher seine bisherige Jahresprognose für dieses Jahr zurückgezogen. Die Hälfte der Branche hat Kurzarbeit beantragt. Doch diese Zahlen sagen alles andere als aussagekräftig in einer so vielfältigen Branche, in der Pumpen, Maschinen für die Medizintechnik, Metall- und Holzverarbeitung, für die Automobil- und Chemieindustrie sowie für Bau und Landwirtschaft hergestellt werden. Der eine ist auf Deutschland fokussiert, der andere sehr international. Es gab zum Beispiel Firmen mit Fabriken in China, die bereits im Winter getroffen wurden, woraufhin die Schläge in Europa und anderswo folgten. Zudem werden viele Teile nicht oder kaum geliefert und viele Lieferketten funktionieren international nicht oder kaum.

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Wie wichtig ist der Maschinenbau für Deutschland?

Ganz wichtig: Die mehr als 6.500 Maschinenbauer beschäftigen rund eine Million Menschen. In Bezug auf ihren Beitrag zum BIP ist sie fast mit der Automobilindustrie vergleichbar. Die Top 10: Denken Sie an große Namen wie Siemens und Bosch, aber auch weniger bekannte, aber sehr große Hersteller wie Kion (Gabelstapler), Claas (Landmaschinen), GEA (Lebensmittelproduktion), Voith (Riesenpressen), Dürr (Automobilmaschinen) und Krones (Maschinen für die Verpackungsproduktion)

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Und beim Maschinenbau ging es schon vor Corona noch schlimmer..

Lange Zeit waren die Zahlen gut, doch die Stimmung hat sich in den letzten Jahren schon merklich eingetrübt. Der Höhepunkt war 2018 mit einem Rekordumsatz von 300 Milliarden Euro. Das war letztes Jahr etwas weniger und es wurde erwartet, dass es noch schlimmer werden würde. Gründe dafür sind der Wandel der Automobilindustrie vom Verbrennungsmotor zum Elektroantrieb, Handelskriege und die daraus resultierende Investitionszurückhaltung vieler Kunden. Aber dann hatte niemand Corona kommen sehen. Dass es in China nun besser wird, mag für die deutschen Hersteller ein kleiner Lichtblick sein. Analysten erwarten, dass sich insbesondere die Maschinenbauer, die bereits vor der Krise in die Digitalisierung investiert haben, schneller erholen können.

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Was bedeutet das für die niederländische Industrie?

Die Niederlande haben sich in den letzten Jahren zu einem immer wichtigeren Lieferanten für Deutschland entwickelt (RVO, pdf). 2015 wurden Maschinen und Maschinenteile im Wert von 2,6 Milliarden Euro aus den Niederlanden importiert, ein Plus von 3,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr.Digitalisierung, Umwelt und Rohstoffknappheit stellen die gesamte Branche vor eine Herausforderung. Die Menschen suchen nach allen möglichen Möglichkeiten, um nachhaltige Materialien zu verwenden und Energie zu sparen. Das verlangt auch von Zulieferern, wie den Niederlanden, einiges ab. Dies bietet jedoch auch Chancen; Schließlich sind die Niederlande laut DNHK ein innovatives Land.

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