Podcast – Deutschland will Datenautohersteller auf eigener Plattform bündeln

Am kommenden Dienstag ist es der dritte Autogipfel seit Corona-Ausbruch, diesmal liegt die Plattform auf dem Tisch, auf der Daten geteilt werden müssen. Die vorangegangenen Gipfeltreffen waren akute Probleme, da internationale Lieferketten unterbrochen wurden und die Produktion aufgrund des Lockdowns zum Erliegen kam. Außerdem hat im letzten Frühjahr niemand ein Auto gekauft. Dies soll mit Kaufprämien für Elektroautos angekurbelt werden.

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Gleichzeitig befand sich die Automobilindustrie bereits im Übergang von Benzinmotoren zu alternativen Antrieben. Durch diesen Übergang und die Corona-Krise stehen bei großen Zulieferern wie Continental viele Arbeitsplätze auf dem Spiel. Die Branche hat eine Wunschliste für die Politik, um durch die Krise zu kommen, zum Beispiel die Kaufprämie für Elektroautos und Geld für Ladestationen zu verlängern.

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Plattform zur Aufbewahrung europäischer Daten

Was will Bundeskanzlerin Merkel mit der Plattform?

Merkel will Innovationen bei den Herstellern beschleunigen. Sie will nicht nur Autos sauberer machen, sondern auch, dass BMW, VW und Daimler die Daten, die die Autos sammeln, über eine gemeinsame Plattform teilen, auf der die Deutsche Bahn und der Deutsche Wetterdienst bereits vernetzt sind. Ziel ist die Entwicklung intelligenter Navigationsdienste und intelligenter Verkehrssysteme. Sie will auch verhindern, dass diese wertvollen Daten in die Hände amerikanischer Tech-Giganten wie Amazon, Apple oder Google gelangen.

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Worin besteht die staatliche Beihilfe?

Deutschland finanziert dann dieses Multi-Millionen-Dollar-Projekt, das aus einer eigenen GmbH aufgebaut wird. Die Plattform stammt dann von der International Data Spaces Association (IDSA), entwickelt von den Fraunhofer-Instituten, die dies auch für das Programm Industrie 4.0 getan haben. Merkel will, dass das Pilotprojekt noch in diesem Frühjahr startet und im Oktober 2021 erste Ergebnisse zeigt.

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Auf europäischer Ebene wird an einer Gesetzgebung zur gemeinsamen Nutzung von Fahrzeugdaten gearbeitet. Warum ist Deutschland dem voraus?

Deutschland hat natürlich viele Autohersteller im eigenen Haus. Das passt auch gut zur typischen Industriepolitik, in der der Staat in Großunternehmen eine Vorreiterrolle einnimmt. Die jetzige Regierung ist an großen europäischen Industrieprojekten wie Airbus beteiligt, mittlerweile aber auch an der europäischen Cloud-Plattform GAIA-X.

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Während des Gesprächs wird auch Cor Baltus von Afcar NL sprechen. Er begrüßt die deutsche Initiative. Die niederländische Automobilindustrie plädiert seit Jahren dafür, diese Daten zur Verfügung zu stellen.