Podcast – Gebiete nahe der niederländischen Grenze scheinen auch für deutschen Atommüll geeignet zu sein

Bekommen die Niederlande deutschen Atommüll im „Hinterhof“? Das ist möglich, aber noch lange nicht sicher. Wissenschaftler haben 90 Regionen identifiziert, die geologisch geeignet sind, 27.000 Kubikmeter Atommüll zu lagern. Die Gebiete bedecken zusammen 67 % Deutschlands, einschließlich des Grenzgebiets vom Norden der Niederlande bis etwa Nijmegen. Es ist also eine ernsthafte Möglichkeit, aber es kann an vielen anderen Orten durchgeführt werden.

  • Auf BNR Nieuwsradio berichtet Derk Marseille über die deutsche Lagersuche

Auf der Suche nach einem Lagerort für Atommüll

Wie wird die Wahl für den richtigen Standort getroffen?

Die Wissenschaftler haben sich angeschaut, welche Gesteine/Bodenarten geeignet sind. Und das umfasst wirklich einen sehr großen Teil Deutschlands. In den kommenden Monaten kommen Kriterien wie die Bevölkerungsdichte hinzu und immer mehr Regionen werden ausgeschlossen. Dann muss eine politische Entscheidung getroffen werden.

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Was ist die Frist?

Der Standort muss vor 2031 ausgewiesen werden. Und dann wird ab 2050 der Atommüll dorthin transportiert.

In Deutschland ist dies schon lange eine große Debatte. Wie war die Reaktion auf diesen Bericht?

Atommüll ist immer ein sensibles Thema, es ist auch ein Thema, das Angela Merkel treu bleibt. 2011, nach der Katastrophe von Fukushima, beschloss sie, dass bis 2022 alle Atomkraftwerke stillgelegt werden müssen: die Energiewende. Doch bevor alle Kraftwerke schließen, muss der Müll noch einen Platz finden. Diese heiße Kartoffel wird seit einiger Zeit politisch vorangetrieben, sicherlich nach dem Scheitern dieses Prozesses um Gorleben in Niedersachsen (war in den 1970er Jahren benannt, stellte sich aber nach großen Protesten und langen Prozessen als ungeeignet heraus). Niemand will es in seinem Hinterhof haben, das Land Bayern hat bereits darauf hingewiesen, dass es für die Lagerung von Atommüll sehr ungeeignet ist. Die Ausweisung dieser 90 Bereiche ist vor allem der Beginn eines neuen Prozesses mit einer klaren Linie. Ich glaube, viele Deutsche geben jetzt auf der speziellen Website ihre Postleitzahl ein, um zu sehen, was das für ihre Region bedeutet.

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Erwarten Sie, dass wir dazu etwas zu sagen haben?

Die Niederlande werden diese Diskussion daher sicherlich aufmerksam verfolgen, denn die Grenze ist natürlich nicht das am dichtesten besiedelte Gebiet, daher werden viele Orte die Kriterien erfüllen. In den letzten Jahren hat sich die Abstimmung zwischen Deutschland und den Niederlanden zum Thema Energie verstärkt. Wie grenzüberschreitende Stromversorgung (Tennet), nachhaltige Energie, aber auch rund um Wasserstoff. Die Niederlande können sich also an dieser Diskussion beteiligen, aber Deutschland hat natürlich noch viel mehr Nachbarn, die keinen Atommüll im Hinterhof haben wollen.

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