Podcast – Mammutklagen im Dieselgate setzen die deutschen Autobauer Audi und VW unter Druck

Die Mammutprozesse gegen die ehemaligen Top-Manager von Volkswagen und Audi beginnen. Weltweit wurden mindestens 11 Millionen Autos manipuliert, der Schaden beläuft sich auf viele Milliarden. Allein bei Volkswagen sind es rund 32 Milliarden Euro. Doch bei dem Dieselskandal geht es um weit mehr als um materiellen Schaden. Es hat das Wappen „Made in Germany“ ernsthaft getrübt. Der Mythos des deutschen Wirtschaftsingenieurwesens ist erschüttert. Es enthüllte die dunkelste Seite des Kapitalismus, die man von den so „korrekten“ Deutschen nicht erwarten würde, schreibt die FAZ.

Nicht verpassen: Corona-Updates #17: Diese Regeln gelten in Deutschland, da die Niederlande jetzt ein Risikogebiet sind.

  • Hören Sie den Beitrag von Derk Marseille auf BNR Nieuwsradio

Fünf Jahre nach Bekanntwerden von Dieselgate steht erstmals ein ehemaliger Top-Manager mit dem ehemaligen Audi-Chef Rupert Stadler gemeinsam mit 3 prominenten Kollegen vor Gericht. Es sind viele Fragen. Wann wusste wer was? Und warum hat niemand den Mund aufgemacht? Warum blieb die Manipulation so lange ein Geheimnis? Es wird ein Mammutprozess. An einem besonderen Ort in München werden an 181 Verhandlungstagen mehr als 300 Zeugen vernommen.

Nicht verpassen: D-Talk: Wie die Corona-Krise die Innovation zwischen deutschen und niederländischen Unternehmen beschleunigt.

Wie nennt man eine Klage, die größer wird als ein Mammutprozess? Die deutschen Medien werden sich einen Begriff einfallen lassen, wenn das Verfahren gegen den ehemaligen Volkswagen-Chef Martin Winterkorn beginnt. Der Termin für den Prozessbeginn steht aufgrund des Gesundheitszustandes des gefallenen CEOs noch nicht fest.

Audi-Chef kann wieder hinter Gittern verschwinden

Was können wir von diesen Prozessen erwarten, werden die Menschen hinter Gittern?

Der ehemalige Audi-Chef Rupert Stadler steht zusammen mit 3 weiteren Audi-Managern vor Gericht, Stadler sitzt bereits seit 5 Monaten in Untersuchungshaft. Sie werden des Betrugs und der falschen Werbung verdächtigt. In der 100-seitigen Anklageschrift heißt es, Stadler habe von dem Manipulationsskandal beim Mutterkonzern Volkswagen gewusst und trotzdem manipulierte Autos weiter verkauft. Bei einem Schuldspruch drohen ihm bis zu 10 Jahre Haft. Zuvor war bekannt, dass die Bundesanwaltschaft auch den ehemaligen Volkswagen-Chef Martin Winterkorn mit noch schwerwiegenderen Vorwürfen des Betrugs und der Marktmanipulation verfolgen wird.

Nicht verpassen: Podcast – Überraschung in Deutschland über Corona-Welle in den Niederlanden.

Die Autohersteller haben große Anwaltskanzleien beauftragt, also werden die juristischen Muskeln gespielt?

In der deutschen Presse wird das Verfahren gegen Stadler sicherlich schon als Mammutprozess bezeichnet. Bereits jetzt steht fest, dass der Fall mindestens bis Ende 2022 andauern wird. Für den Prozess gegen Winterkorn, immerhin den ehemaligen Chef des größten Autokonzerns der Welt, müssen sie einen Superlativ finden.Diese Fälle richteten sich gegen das Unternehmen. Nun könnte man sagen, dass mit Stadler und Winterkorn zwei Gesichter von dieselgate auf der Anklagebank stehen werden. Diese Männer können tatsächlich hinter Gittern gehen. Allein Stadler drohen 10 Jahre Haft.

Nicht verpassen: Corona-Updates #18: Diese Regeln gelten in Deutschland, jetzt wo die Niederlande ein Risikogebiet sind.

Die Manipulationen traten also bei mehr Herstellern auf, haben sie ihr Leben bereits verbessert?

Das können wir hoffen, die Hersteller müssen umstellen. Nach dem Dieselskandal und den verschärften Abgasnormen der EU drohten viele deutsche Städte mit Dieselfahrverboten. Herausforderer Tesla greift sie im Heimatmarkt mit der neuen Fabrik bei Berlin an. Unter diesem Druck haben die Hersteller begonnen, Elektroautos zu entwickeln. Überall sind neue Top-Männer gekommen, die das Haus aufräumen müssen. Sie wollen ausstrahlen, dass es eine neue Unternehmenskultur gibt, in der kein Betrug mehr stattfindet. Gerade jetzt, wo die Verkaufszahlen durch die Corona-Krise stark gesunken sind, ist mehr Veränderung möglich als zuvor.

Nicht verpassen: Border Institute will wissen, wie man die Kräfte von Deutschen und Niederländern am besten bündelt.