Podcast – Nach 16 Jahren Rechtsstreit wird die Zufahrt des Hamburger Hafens vertieft

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Diese Woche ist eine Party im Hamburger Hafen. Nach 16 Jahren politischen Feilschens hat die Vertiefung der Elbe endlich begonnen. Und damit ist Hamburg bald für die größten Schiffstypen erreichbar.

Derk Marseille beantwortet die wichtigsten Fragen:

Euphorie und Optimismus in Hamburg. Denn ’sie‘ machen wieder mit. Mit Recht?

Nach 16 Jahren Rechtsstreit kann man durchaus von einer großen Erleichterung sprechen. Verkehrsminister Scheuer nannte es ein Projekt von nationaler Bedeutung. Nicht nur für Hamburg, sondern auch für das Hinterland, zum Beispiel die enorme Wirtschaft im Süden Deutschlands. Auf der anderen Seite ist es für Naturschützer extrem sauer. Sie waren deshalb mit Schiffen im Fluss, um zu protestieren.

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Was genau wird in den nächsten 2 Jahren gemacht?

Etwa 238 Millionen Sand weggeschaufelt, damit der Fluss tiefer wird. Eine schwere Aufgabe, die Boskalis durch die Nase ging. Der belgische Deme macht es jetzt.

Denn nur um es klarzustellen: Hamburg liegt nicht direkt an der Ostsee und braucht deshalb diese Vertiefung?

Ja, Transport ist Skaleneffekte. Je mehr Container auf einem Schiff, desto günstiger kommen Ihre Fernsehbildschirme, Autos und Medikamente an. Dadurch werden die Schiffe schwerer und man braucht einen tieferen Kanal. Naturschützer sagen, dass durch den tieferen Kanal mehr Salzwasser in den Fluss gelangt und Vogelschutzgebiete überflutet werden. Mit Salzwasser gibt es für viele Tiere weniger Nahrung und daher können die Vögel während ihrer Wanderungen nicht mehr dorthin gehen. Dies führt zu ernsthaften Schäden an einem solchen Ökosystem. Gleichzeitig – ich war letztes Jahr dort – zweifelt in diesen Dörfern kaum jemand an der wirtschaftlichen Bedeutung der Vertiefung. Die Natur verliert hier also.

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Wenn sie so begeistert von dieser Vertiefung in Deutschland sind, warum hat es dann 16 Jahre gedauert, bis die Baggerarbeiten beginnen konnten?

Denn es ist zu einem Symbol mit einem sehr harten Kampf mit viel Emotion geworden. Darüber hinaus wurden auch gerichtliche Verfahren von den Naturschützern missbraucht, aber die Hafenverwalter waren zumindest am Anfang super arrogant, was zu einer Pattsituation geführt hat.

Was bleibt zu tun, um Hamburg zu einem noch ernsteren Herausforderer für Rotterdam und Antwerpen zu machen?

Boden wurde erneut für unbefriedigend erklärt. Bis zu 13,5 Meter bei Ebbe, bei den größten Schiffen werden 16 Meter benötigt. Gleichzeitig wird dieser Wettbewerb immer mehr zum Digitalisierungskampf. Der Verkehr ist teilweise noch analog organisiert. Je mehr Sie das digital beheben können, desto besser für die Kunden. Und dann spielt es aus China keine Rolle mehr, ob Sie in Antwerpen, Rotterdam oder Hamburg landen.

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