Podcast – Schadensfälle bescheren Volkswagen einen heißen Herbst

In Amerika ist der Dieselbetrug bereits beigelegt, in Deutschland selbst steht noch eine ganze Klagewelle aus. Im August wurde mit der Bearbeitung von 5 Fällen mit Privatpersonen begonnen. Im September folgt die Massenforderung und im Oktober sind die professionellen Anleger an der Reihe.

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Volkswagen hat die Forderungen bereits zurückgewiesen. Können sie das Geld schon pfeifen?

Nein, definitiv nicht. In Deutschland ist es zugegebenermaßen nicht einfach, eine Entschädigung zu bekommen. Es gibt keine Claim-Kultur wie in den USA. Es wird also länger dauern, aber die Chance ist da.

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Um welche Entschädigung handelt es sich in diesen Fällen?

Einige Privatpersonen haben aus zwei Gründen bereits bis zu 30.ooo Euro zurückbekommen: Sie haben das bestellte Auto technisch nicht erhalten oder weil Sie etwas gekauft haben, das unverschuldet an Wert verloren hat. Bei der Massenklage könnte es um Milliarden gehen, für die sich inzwischen 420.000 Menschen registriert haben. Insgesamt kann es zwischen 2 und 20 Milliarden betragen. Dann kommt man auf eine Entschädigung zwischen 5.000 und 50.000 Euro pro Person. Die Investoren, die später besprochen werden, streben das Höchste an. Sie bilden eine relativ kleine Gruppe, stellen aber den höchsten Wert dar.

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Wie hoch ist die Erfolgsaussicht?

Es handelt sich um eine langfristige und rechtliche Untersuchung. War VW sich dessen bewusst und kann man ihnen vorwerfen, dass sie den Kunden nicht rechtzeitig informiert haben? Ja, im Allgemeinen. Es kann aber auch wieder anders sein, zum Beispiel bei Privatpersonen in Zivilsachen. Sie müssen sich beweisen, dass ein Schaden entstanden ist, wie heute in Berlin. Das zu ermitteln kostet 40.000 Euro. Können und wollen Sie das auch mit Rechtsbeistand voranbringen? Das ist eine schwierige Entscheidung, zusätzlich zu dem Stress und der Zeit, die es kostet. Außerdem bei Massenreklamation: Jeder durfte mitmachen und schon gar nicht jeder erfüllt die Auflagen. Angenommen, Sie haben in der Zwischenzeit ein Update akzeptiert, haben Sie nicht bereits einem Auto zugestimmt, von dem Sie hätten wissen können, dass es mehr ausgestoßen hat? Und für die Anleger: Wie soll man beweisen, dass jemand schon Bescheid wusste, wenn es keine Unterlagen mit Protokoll gibt?

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Hängen die Dinge auch international zusammen? Besteht im Erfolgsfall auch eine erhöhte Chance auf Entschädigung für niederländische Dieselfahrer?

Dies ist durch das Europäische Gericht möglich. Aber auch hier gilt: Sie brauchen einen langen Atem. Volkswagen hat angekündigt, sich mit allen Mitteln zu verteidigen. Angenommen, Sie können mit Ihrem Händler einen guten Austausch erzielen, dann wird es auch genug Leute geben, die sich lieber dafür entscheiden, als jahrelang mit einem ungewissen Endurteil vor dem Europäischen Gerichtshof zu kämpfen.