Podcast – Warum Berlin so viel Kritik am Einfrieren des Mietmarktes bekommt

In den letzten Jahren hat Berlin wegen steigender Wohnkosten viele Immobilienlisten angeführt. Mit einer Mietobergrenze für Neuvermietungen will der rot-rot-grüne Berliner Senat diesen Trend auf dem Mietmarkt stoppen – von maximal 6,45 Euro pro Quadratmeter für Altbauwohnungen vor 1918 auf 9,80 Euro pro Quadratmeter . für neuere Gebäude, die vor 2014 gebaut wurden. Eine höchst umstrittene Maßnahme, um es gelinde auszudrücken.

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Kritiker befürchten, dass die Maßnahme nach hinten losgeht. Aufgrund verschiedenster rechtlicher Verfahren kann sich die Einführung der Obergrenze verzögern. Grund für viele Vermieter, bereits jetzt eine deutliche Mieterhöhung einzuführen.

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Ein weiterer Kritikpunkt: Die Maßnahme muss überwacht werden und das führt unweigerlich zu Bürokratie. Die Stadt Berlin will bereits 200 neue Mitarbeiter einstellen, die darauf achten müssen, ob die Mieten nicht heimlich steigen. Das wird für Menschen erkennbar sein, die die DDR erlebt haben. In den 1980er Jahren wartete der durchschnittliche DDR-Bürger vier bis sechs Jahre auf eine neue Heimat. Als die Mauer fiel, waren noch 800.000 Anträge anhängig. Es gab kein Geld für die Modernisierung. Ein bekannter Witz frustrierter DDR-Bürger war: „Ruinen schaffen ohne Waffen“.

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Experten befürchten zudem, dass dieser Eingriff zu einem Schwarzmarkt für begehrte Wohnungen in innerstädtischen Lagen führen könnte. Vermieter könnten ihren Mietausfall auch durch Luxusparkplätze für Pkw kompensieren wollen. Die Frage ist, ob Wohnungssuchende – Familien, Studenten, Einwanderer in diesem Konkurrenzkampf auf dem Mietmarkt erfolgreich sein können.

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