Podcast – Warum deutscher Konkurrent Milliardenauftrag von Schiffbauer Damen torpedieren will

Das Handelsblatt berichtete am vergangenen Wochenende anhand von Quellen bei German Naval Yards, die Werft wolle vor Gericht anfechten, dass die niederländische Damen den Auftrag tatsächlich bekommen. Der Konkurrent aus Kiel verpasste den Auftrag, um den er sich gemeinsam mit dem Stahlkonzern ThyssenKrupp beworben hatte. Die Anwälte würden genügend Gründe sehen, um vor Gericht eine Chance zu haben.

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Was wäre an Damens Ausschreibung falsch?

Zunächst einmal stört es viele, dass ein so großer Militärauftrag an eine nichtdeutsche Partei vergeben wird. In der Vereinbarung mit Damen werden die MKS-180 Fregatten größtenteils in Deutschland gebaut (bei Lürssen und Blohm + Voss). Aber die Ingenieursarbeit, das Design der High-Tech, all das passiert in den Niederlanden. Deutsche Medien haben schon etwas sarkastisch geschrieben: Die Niederländer können sich das einfallen lassen und wir können es verschweißen. German Naval Yards meint, dass die Niederländer es nie so billig machen können, wie sie es in der Ausschreibung versprechen. Sie sagen voraus, dass Damen das Budget um Hunderte Millionen überschreiten wird.

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Ist es nicht nur der Neid der deutschen Schiffbauer, dass sie den Milliarden-Deal verpassen?

Auf jeden Fall ist das Thema ein sehr sensibles. Verteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer hat bereits gesagt, dass solche Großprojekte künftig nie wieder an ausländische Parteien vergeben werden sollen. Hintergrund der europäischen Ausschreibungen war, dass deutsche Hersteller in der Vergangenheit immer mehr bezahlten, als sie versprachen.

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Wie stehen die Chancen dieser rechtlichen Schritte?

Warten Sie zunächst ab, ob dies tatsächlich geschieht. Denn offiziell wurde dies noch nicht bekannt gegeben. Damen kann sich jedenfalls auf viel politischen Gegenwind aus Deutschland einstellen. Auf der anderen Seite arbeiten die deutsche und die niederländische Armee seit Jahren immer enger zusammen, auch die Marine.

Die Niederlande sind regelmäßiger Lieferant der deutschen Rüstungsindustrie.