Podcast – Wie die Industrie Deutschland durch die Corona-Krise zieht

Im BNR Nieuwsradio erklärt Derk Marseille, warum deutsche Ökonomen trotz Krise immer noch positiv sind.

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Wie wird 2020 betrachtet?

Die Quartalszahlen zeigten im 2. Quartal einen starken Rückgang, danach zog die Wirtschaft im 3. Quartal deutlich an. Diese Erholung war viel besser als erwartet, da alle Wirtschaftsinstitute ihre früheren pessimistischen Prognosen nach oben revidierten.

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Aber ist auch Deutschland seit November im Lockdown, belastet das die Zahlen nicht stark?

Sicher, aber immer noch nicht so stark wie im zweiten Quartal des letzten Jahres. Dann litt die Branche zunächst unter stockenden Lieferungen aus China, wo früher Corona ausgebrochen war, und dann kam der Ausbruch in Europa dazu. Viele Förderbänder kamen zum Stillstand. Das ist jetzt anders, viele Fabriken sind trotz des Lockdowns weitgehend in Produktion.

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Die Industrie schleppt Deutschland also durch die Krise?

Ja, laut Weltbank ist die deutsche Industrie für 27 % des deutschen BIP verantwortlich, auch dank Aufträgen aus China. Einen deutlich geringeren Anteil haben Sektoren, die nun wegen der Pandemie schließen müssen. So sind die Mercedes-Autoverkäufe in China zweistellig gestiegen und übertrafen bereits im November die Verkaufszahlen von 2019. Vor allem die Luxus-S-Klasse erfreut sich in China großer Beliebtheit, ebenso wie die SUV-Modelle. Und mehr als ein Viertel der deutschen Schweinefleischexporte waren für den chinesischen Markt bestimmt, mehr denn je.

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Was sind die Erwartungen für dieses Jahr?

Auch positiv, denn der Trend hält an. Die Wirtschaftsinstitutionen erwarten alle Wachstum. Die pessimistischste Schätzung liegt bei 2,8%, die optimistischste bei 4,9%. Dazu gehört auch diese Sperrung.]

Woher dieser Optimismus?

Teils der Export der Branche mit vielen Aufträgen aus Asien, aber auch Inlandsausgaben der Verbraucher, die ihr Geld mittlerweile in der Tasche haben. Wenn die Regeln gelockert werden, wird erwartet, dass sie mehr ausgeben. Ökonomen erwarten einen „goldenen Herbst“.

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