Podcast – Wie Tesla in Berlin bereits für Aufsehen sorgt

Hören Sie den Beitrag von Derk Marseille auf BNR Nieuwsradio über Tesla, Elon Musk und Berlin.

Kaum hat sich Elon Musk für den Bau von Teslas neuer Gigafactory bei Berlin angemeldet, scheint sich das Projekt bereits zu verzögern. Der Richter hat das Fällen der Bäume vorerst ausgesetzt, Aktivisten ketten sich heute an die verbliebenen Bäume.

Was ist los?

Die Motorsägen und Kranwagen vor den Toren Berlins sind zum Stillstand gekommen, Aktivisten hatten sich an den Bäumen angekettet. Die Polizei hat sie mitgenommen. Zuvor hatte das Landgericht das Fällen der Bäume ausgesetzt, auf denen Elon Musks Gigafactory gebaut werden soll. Verschiedene Umweltbewegungen haben die neue Tesla-Fabrik ins Visier genommen. Sie versuchen, den Bau zu verlangsamen, indem sie ein Verfahren einleiten. Sie sorgen sich um das Verschwinden der Bäume. Auch die Batterieproduktion würde viel Wasser verbrauchen, sie befürchten, dass dank Tesla die lokale Wasserwirtschaft erheblich beeinträchtigt wird.

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Macht sich Elon Musk schon Sorgen um den Eröffnungstermin?

Die Fabrik soll im Juli 2021 ihre Pforten öffnen. Das ist also ein sehr ehrgeiziger Plan. Wenn es beim Fällen der Bäume bereits zu Verzögerungen kommt, sollte er sich sicherlich Sorgen machen. Luftlinie ist es auch nicht weit vom berüchtigten Ausfallflughafen, der ebenfalls 2021 endlich eröffnen soll. Übrigens schwören die Politiker in Brandenburg, dass am Ende alles klappen soll.

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Können diese Politiker Musk ein wenig beruhigen?

Tesla sagt nun, dass es auch Verzögerungen berücksichtigt. Die in der Grünen Liga zusammengeschlossenen Umweltvereine haben durchaus eine Chance, den Bau vorerst einzustellen. Die Fällgenehmigung wurde von den Behörden bewusst „vorzeitig“ erteilt. Dann griff die Berliner Politik schnell ein und sorgte dafür, dass das Fällen wieder erlaubt war. Auch die Regierungspartei Die Grünen steht den Aktivisten kritisch gegenüber. Denn es geht nicht um alte Bäume, sondern um junges gefälltes Holz. Tesla verspricht auch, woanders neue Bäume zu pflanzen.

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Wie reagiert Deutschland auf diese Entwicklungen?

Etwas doppelt. Das bedeutet viele zusätzliche Arbeitsplätze für diese Region, gleichzeitig ist aber auch das Fällen von Bäumen in Deutschland sehr sensibel. Siehe Hambacher Forst gegen RWE. Gleichzeitig wird auch der „Angriff“ auf die deutsche Autoindustrie, den Tesla hier macht, misstrauisch betrachtet. Es fordert die Hersteller, gelinde gesagt, heraus. Doch wenn dieser an Bürokratie oder Gerichtsverfahren scheitert, verliert Deutschland auch international sein Gesicht. Es stehen so viele Interessen auf dem Spiel.

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