Potenzial bleibt ungenutzt: Viele Unternehmer trauen sich nicht über die Grenzen hinaus

  • Lesen Sie hier Teil 1 des Besuchs deutscher Journalisten in Ostniederland

Am nächsten Morgen besucht die deutsche Delegation 247TailorSteel in der Region Achterhoek. Das Hightech-Unternehmen ist Marktführer und Anbieter von Platten und Rohren auf Maß und gehört zu den am schnellsten wachsenden seiner Art. Die Journalistengruppe ist sichtlich beeindruckt von dem Ehrgeiz, mit dem das Unternehmen den deutschen Markt mit einem einzigartigen Online-Tool Sofia adressiert, bei dem der Kunde sein Design hochlädt und sofort ein Angebot und eine Lieferzeit erhält. Vertriebsleiter Florian Matt erläutert, wie das Unternehmen in Deutschland sein größtes Wachstum erzielt und demnächst sogar Niederlassungen in Nordrhein-Westfalen und Süddeutschland eröffnen wird.

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Ein Blick auf 247TailorSteel

Unternehmer in Nordrhein-Westfalen und Ostniederland haben die gleiche Mentalität

Beim Mittagessen – natürlich mit holländischen Krokettenbroten – erhalten die Journalisten Präsentationen mit Hintergrundinformationen über die Wirtschaftskraft der östlichen Niederlande. Pieter Dillingh, Teammanager Innovative Fertigungsindustie Oost NL spricht über die Stärke der Region, in der sich zahlreiche Ausbildungs- und Forschungsinstitute befinden. Auch führende Unternehmen in den Bereichen Lebensmittel, Gesundheitswesen und Technologie.

Dillingh spricht über die beiden Flaggschiffe der Ostniederlande: Intelligente und nachhaltige Industrien und Konzepte für ein gesundes Leben. Während die Region im ersten Flaggschiff bei Photonik, Smart Grid und Wasserstoff führend ist, zeichnet sich das letzte Flaggschiff durch einzigartige Kooperationen im Bereich Ernährung und Gesundheit in der Region aus. „Mit dem TopFit-Programm, in dem die Provinz, innovative Unternehmen und Radboud UMC zusammenarbeiten, glauben wir, eine große Gesundheitsversorgung für die Bevölkerung buchen zu können. Das Programm zielt darauf ab, Krankheiten vorzubeugen und die Lebensqualität unheilbar kranker Patienten zu maximieren. Wissenschaftler glauben, dass TopFit auf lange Sicht einen lebenslangen Vorteil von zwei Jahren bieten kann.“

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Potenzial bleibt ungenutzt

Professor Gert Jan Hospers, Stiftungsprofessor für den Wandel in Stadt und Region, hält einen Vortrag über „Heimliche Helden“ aus der Region. Er spricht über die Ähnlichkeiten zwischen den Unternehmern aus der Region und den deutschen Nachbarn, die beide sehr heimatverbunden sind. Eine „bodenständige“ Mentalität, die sich durch „gleichberechtigtes Vorgehen“ auszeichnet und in seinen Vergleich sowohl die „harten als auch die weichen ökonomischen Faktoren“ einbezieht.

Zu Hospers gehören die meisten Fahrradhersteller in den Niederlanden, die ihren Ursprung in der Region haben, der bekannte Bettenhersteller Auping und sogar ein Hersteller von Teebeutelfäden unter den bereits erwähnten ‚Heimlichen Helden‘.Projektleiter Alex van Geldrop spricht über die großen Chancen, die europäisches Geld für Unternehmer geschaffen hat, und listet eine Vielzahl erfolgreicher Projekte auf, die mit INTERREG-Mitteln deutlich gefördert wurden und Tausende neuer Arbeitsplätze geschaffen haben. Rocket, IPRO-n, Mind (Medizinische Innovation), Digipro und Bionik in KMU. Er hat auch eine Ermutigung für die deutschen Unternehmen. „Viel Potenzial bleibt ungenutzt, denn Unternehmer bleiben in ihrem eigenen Bereich und trauen sich nicht über die Grenzen hinaus.“

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Lokale Lieferanten

Schließlich geht das Unternehmen an das Hightech-Unternehmen Bronkhorst in Ruurlo, das das weltweit umfangreichste Sortiment an thermischen Massendurchflussmessern und -reglern herstellt. Die Produkte von Bronkhorst werden buchstäblich auf der ganzen Welt verwendet. Kellog’s, Coca Cola, Milchkartons und Eiscreme. Auf die Produkte aus dem Gelderse Achterhoek kann niemand verzichten.

Mit 500 Mitarbeitern sei das Unternehmen der wichtigste Arbeitgeber in der Region und sei sich dieser Verantwortung sehr bewusst, sagt Distributor Sales Manager Pim van der Hall. Ein Beispiel dafür ist die neue Betriebskantine: Weil es anderswo im Dorf keine großen Bankettsäle gibt, steht sie auch für Veranstaltungen für die lokale Bevölkerung zur Verfügung.

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„Wenn in der Fabrik etwas kaputt geht, schauen wir traditionell zuerst, ob wir es von einem lokalen Lieferanten beziehen können, bevor wir es woanders billiger bekommen.“

Gemeinsam Weltmeister

Und die Frage ist, hat die zweitägige Expedition zu innovativen Unternehmen aus dem Osten etwas gebracht? Hartmut Rosowski, Leiter der Repräsentanz Düsseldorf der Deutsch Niederländischen Handelskammer, der die Reise begleitet, sagt es treffend. „Viele Innovationen kommen aus dem Osten der Niederlande. Natürlich gibt es viele Regionen, die innovativ sind, aber der Osten wird unterschätzt. Sowohl von den Niederländern selbst, als auch von den Deutschen.“ Dieses Missverständnis wird natürlich nach dieser Reise ausgeräumt.

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Hans Brouwers von der Entwicklungsgesellschaft OostNL freut sich über das große Interesse aus Deutschland und sieht gute Chancen für eine zukünftige Zusammenarbeit. „Wenn die Niederlande und Deutschland ein Land bilden würden, wären wir Weltmeister in Fußball und Innovation!“

  • Dies ist Teil 2 einer dreiteiligen Serie über diesen deutschen Besuch im Osten der Niederlande. Lesen Sie hier Teil 1. Die ganze Geschichte kann auf Deutsch unter NiederlandeNachrichten.de gelesen werden

Text: Arjan Paans und Jelmer Visser.