Warum deutsche Autohersteller ihre Ladesysteme in den Niederlanden testen

Einer der Gründe, warum Autofahrer noch nicht massenhaft auf elektrisches Fahren umsteigen, ist das Durcheinander an Ladesystemen. Um gemeinsam ein einheitliches System zu entwickeln, kommen im Herbst vor allem deutsche Automobilhersteller in die Niederlande, um diesbezüglich neue Schritte zu gehen. Beim CharIN Testival am 30. und 31. Oktober auf dem Gelände des Wissens- und Innovationszentrums ElaadNL in Arnheim wird besonderes Augenmerk auf die Vorbereitung der Systeme auf „Smart Grid“ gelegt. Also ein intelligentes Stromnetz, das deutlich flexibler arbeiten kann, auch dank Ladesystemen für Elektroautos.

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Insbesondere die Entwicklung eines Weltstandards erweist sich für Hersteller als schwierige Aufgabe. Denn jeder kommt mit seinen eigenen technischen Wünschen. „Diese sogenannte Interoperabilität ist entscheidend für die Nutzerakzeptanz und Skaleneffekte.“ Insbesondere viele deutsche Hersteller sind Mitglied im Berliner Verein Charin. Diese Vereinigung stellt sicher, dass die Automarken ihre Techniker zu allen möglichen Tests nach Arnheim bringen, um ein intelligenteres Laden von Plug-in-Autos zu ermöglichen.

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Weltstandard für Ladesysteme

So wie ELaadNL bereits einige wichtige Protokolle für die Standards für die Ladeinfrastruktur in den Niederlanden erstellt hat, hat Charin untersucht, wie die Struktur in den Niederlanden aufgebaut ist. Claas Bracklo, Vorsitzender von Charin, erklärt, warum man sich dafür den niederländischen Ansatz angesehen hat.

Bracklo ist Direktor für E-Mobilität bei der BMW-Group im täglichen Leben. Seit 2005 bekleidete er verschiedene Spitzenpositionen beim Münchner Hersteller. Zuvor war er bei Mercedes Benz und Daimler in der Entwicklung der Bussystemtechnik tätig. Er war aktiv an der Entwicklung von Standards für beide Automarken beteiligt. Er studierte Elektrotechnik an der Universität Dortmund.

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Kooperation zwischen Deutschland und den Niederlanden notwendig

Um ein Nebeneinander der verschiedenen Systeme in Zukunft zu verhindern, setzt Sven Gröning von der TU Dortmund auf Interoperabilität. Eine Zusammenarbeit zwischen den Niederlanden und Deutschland sei notwendig, sagt er. „Es ist kein deutsches Problem, kein niederländisches Problem, es ist ein internationales Problem, für das wir gemeinsam eine Lösung finden müssen.“

Sven Gröning

Wissenschaftlicher Mitarbeiter TU Dortmund Elektromobilität und CTO Verisco

Peter Wüstnienhaus, Projektleiter ICT-Emobilität des DLR (Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt) aus Köln, zeigte sich während einer Handelsreise vom niederländischen Ansatz beeindruckt. „Während Deutschland noch von Annahmen redet, haben es die Niederländer schon ausprobiert.Ein wichtiges Thema dabei ist die Elektromobilität in Deutschland.