Warum diese niederländischen Unternehmer auf der FachPack in Nürnberg sind

Die FachPack vom 24. bis 26. September in Nürnberg ist die europäische Fachmesse für Verpackungen. Die gesamte Verpackungskette ist präsent: vom Rohstoff über die Technik bis hin zur Verarbeitung und Logistik. 1979 mit 80 Ausstellern und rund 2.000 Besuchern gestartet, erwartet die Organisation genau 40 Jahre später 1.500 ausstellende Unternehmen verteilt auf 12 Messehallen und rund 45.000 Besucher. Mindestens 50 Unternehmer aus den Niederlanden nehmen daran teil.

Ein großer Trend in der Branche ist die Herstellung umweltfreundlicher Verpackungen. Ob Verpackungen für Lebensmittel, Getränke, Kosmetik oder andere Produkte des täglichen Bedarfs, Verbraucher wünschen sich umweltfreundliche Verpackungen, so der Messeveranstalter. „Auch durch das neue Verpackungsgesetz in Deutschland und die EU-Kunststoffstrategie sind Hersteller und Handel zunehmend gezwungen, nach nachhaltigen Alternativen zu suchen. Die Anforderungen an Verpackungen sind oft komplex.“

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Dieser Niederländer lässt die FachPack nie aus

Einer der erfahrensten Aussteller aus den Niederlanden ist Jan Lauwerijssen, Geschäftsführer und Eigentümer von Legro BV in Etten-Leur. Der Hersteller von Arbeitstischen, Schneidsystemen und Papierspendern unter anderem lässt seit 2002 keine Auflage aus. „Die FachPack war für uns der Weg, uns in Deutschland einen Namen zu machen. Dies ist dank dieser Messe sicherlich gelungen.“

Als kleines niederländisches Startunternehmen musste Lauwerijssen damals den Heimatmarkt eines großen etablierten Wettbewerbers erobern. „Sie waren überall bekannt und hatten ein großes Händlernetz. Da macht es wenig Sinn die Zwischenhändler zu überzeugen, wir wollten auch nicht mit den Preisen klein beigeben. Deshalb sind wir nach Nürnberg gefahren.“

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Dort stellte er fest, dass der deutsche Kunde es angenehmer fand, wenn er mit einer GmbH-Firmenform Geschäfte machen könnte. „Nicht, dass sie etwas gegen die Niederländer hätten, schon gar nicht. Aber es kommt ihnen vertrauter vor, wenn sie das Gefühl haben, mit einem deutschen Unternehmen zu tun zu haben.“

Strahlende Offenheit auf der Messe

Auch dank dieses Ansatzes habe sich Legro in Deutschland einen guten Namen gemacht, sagt er. „Die Leute schätzen unsere niederländische Art, Geschäfte zu machen. Wir sind flexibel und denken mit.“ Das will Lauwerijssen auch auf der Messe selbst ausstrahlen. „Unser Stand ist offen und zugänglich. Wir greifen niemanden an, wir locken die Leute an, indem wir der Dekoration viel Aufmerksamkeit schenken.“

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Pushen arbeitet in Deutschland nicht, stellt er fest. „Man kann an einem Tag 250 Tickets von Leuten bekommen, die eines aus Höflichkeit geben, aber was nützt das? Ich hätte lieber 50 Kontakte von Leuten, die sich wirklich für uns interessieren.“ Da Legro Verpackungslösungen für Arbeitsplätze in Produktionsbereichen und Logistikhallen anbietet, ahmen die Niederländer diese Umgebung ein wenig nach.„Das führt zu mehr Aufträgen. Auch die Zahl der Wettbewerber wächst. Aber es hilft, dass wir ein etablierter Name sind und uns immer auf der FachPack zeigen. Das schafft Vertrauen.“ Die Niederländer haben eine Reihe von Großkunden in Deutschland, sagt der Direktor. „Das hilft. Als wir vor 19 Jahren zum ersten Mal nach Nürnberg kamen, waren wir ein unbekanntes ausländisches Unternehmen. Jetzt reden sie über uns.“

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FachPack ist sehr vielfältig

Die Vielfalt der niederländischen Teilnehmer zeige, wie vielfältig die Messe sei, sagt Jacqueline Poppe. Mit ihrer Firma Buchenwirtschaftsförderung führt sie Niederländer auf der NürnbergMesse. Als Beispiel nennt Niverplast aus Nijverdal. „Eine sehr nette und dynamische Firma, sie haben ihren eigenen Stil und deshalb erkennt man sie überall. Dieses Jahr sind sie in Halle 4A, man kann sie kaum übersehen!“

Es gibt auch Newcomer wie Dijkstra Plastics. „Sie haben HK Plastics im Jahr 2016 übernommen, das zuvor teilgenommen hat. Jetzt sind sie in Halle 9 richtig gut präsent.“ Maxado  ist das Familienunternehmen von Walters. „Sie präsentieren Kunststoff- und Aluminiumkoffer in allen Größen und Farben.“ Auch die Box sei etwas Besonderes, sagt sie. „Tony Veer bietet schöne Blechverpackungen.“ Auch die Entwicklung, die BARK Innovations durchläuft, sei etwas Besonderes, sagt sie. „Sie waren zum ersten Mal bei der vorherigen Ausgabe dabei und haben jetzt ihren Stand verdoppelt. Für ein weiteres Segment nennt sie Lantech, mit Wrappern und Kofferausstattung. „Ich könnte so weitermachen! Sie sehen: alle Glieder der Verpackungsbranche sind vertreten und wir Niederländer hinterlassen einen schönen Eindruck auf der Messe! Darauf bin ich sehr stolz!“.