Warum es Berliner Startups nicht leicht fällt, Geld von Investoren zu beschaffen

Gründer und Inhaber Maximilian Zielosko von BuchhaltungsButler ist in diesem Jahr einer der Referenten im Rahmen des Exist-Programms bei Sirius Minds in Berlin. Unternehmer und Business Coach Joris van Winsen von Orange Octopus in Berlin interviewt ihn gemeinsam mit Gründern zum Thema Entrepreneurship. Er bespricht die Gastredner für Deutschlandnachrichten.

Warum ist Zielosko interessant anzuhören?

Maximilian Zielosko ist Anfang 30, kommt aus Baden-Württemberg und baut gerade sein zweites Unternehmen auf. Sein erstes Unternehmen, Berlin Shuttle, ist eine Carsharing- und Fahrgemeinschaftsplattform. Dabei hat er viel gelernt. Mit seinem zweiten Startup bleibt Zielosko näher an seinem Hintergrund: der Buchhaltung. BuchhaltungsButler GmbH ist eine Software, die kleinen und mittelständischen Unternehmen bei der Erstellung ihrer Buchhaltung hilft. Der Vorteil ist, dass keine Buchhaltungskenntnisse erforderlich sind.

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Mit BuchhaltungsButler kann der Unternehmer seine monatliche Umsatzsteuererklärung direkt digital beim Finanzamt abgeben. Das spart Zeit und Geld. In Deutschland wird für den Jahresabschluss lediglich ein Buchhalter benötigt.

Die erste Reaktion der meisten Leute auf die Software war: Gibt es davon nicht schon viele? Und tatsächlich gibt es über 30 Softwarelösungen, mit denen Sie Rechnungen schreiben können. Aber für eine echte vorbereitende Buchhaltung gehört mehr dazu. Das sagt etwas über Zielosko aus. Er schwimmt gegen den Strom und ist ein echter Draufgänger. Die Unterschiede zur Konkurrenz sind offenbar gering, denn fast jede Buchhaltungssoftware glaubt, mit automatischen Buchungen das Leben von Unternehmern einfacher zu machen. BuchhaltungsButler verwendet jedoch bei der Buchung Künstliche Intelligenz.

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Bootstrapping

Was macht es interessant für andere Existenzgründer?

Interessant ist, dass er BuchhaltungsButler gebootet hat, also aus eigener Tasche bezahlt wurde. Das war nicht seine Wahl. Es gelang ihm nicht, Risikokapital zu beschaffen. Auch die Teilnahme an Förderprogrammen wie EXIST war nicht möglich. Trotzdem hielt er durch. Und das mit Erfolg, denn jetzt stehen Investoren für ihn an. Aber Zielosko hält sie vorerst aus der Tür. Später in diesem Jahr wird eine größere Investition getätigt, um das Wachstum zu beschleunigen. Der Cashflow ist jetzt mit über 1.200 Stammkunden solide. Eine Zahl, die schnell wächst. Er hat Subventionen gut genutzt.

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Was können Sie als niederländischer Unternehmer von ihm lernen?

Zielosko hat eine „Just do it“- und „agil“-Mentalität. Er hört dem Kunden sehr genau zu und passt die Produkt-Roadmap entsprechend an. Viel versuchen und mit Schmerzen akzeptieren, dass man manchmal falsch liegt. Er konzentriert sich auf Traktion. Erst danach kommen andere wichtige Elemente wie Effizienz, Marke oder das eigene Gehalt.Zielosko konnte mit den Einnahmen von Berlin Shuttle auskommen und sein Mitgründer Nerger konnte dies neben dem Bau von BuchhaltungsButler durch Interimsprojekte tun. Auch besonders; sie lebten immer beide in verschiedenen Städten. Zielosko in Berlin, Nerger zuerst in Hannover und dann Hamburg.

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Zielosko konzentriert sich auf die DACH-Region (deutschsprachige Länder: Deutschland, Schweiz und Österreich). Klein bleiben ist keine Option. Neben „agil“ und der „just do it“-Mentalität (kurzfristig) blickt er weit nach vorne und ist langfristig orientiert.

Auch für BuchhaltungsButler ist das Einsammeln von Geld nicht einfach

Was erzählt seine Geschichte über die Berliner Startup-Szene?

Anders als manche meinen, ist es in Berlin vielleicht nicht einfach, Geld zu sammeln. Aber das gilt wahrscheinlich auch für andere Städte. Gleichzeitig zeigt es, dass es noch möglich ist, in Berlin zu starten. Auch ohne Geld. Zielosko hat sehr geholfen durch die „Szene“ und die große Anzahl unabhängiger Talente. Darüber hinaus gibt es viele Agenturen, bei denen es Unterstützung für Startups gibt. Ein Beispiel ist die Investitionsbank Berlin, bei der teils private und teils öffentliche Mittel für die Gründung und die Schaffung von Arbeitsplätzen eingesetzt werden.

Auf diesem Weg kenne ich Zielosko, weil er mit mir mehrere Trainerwege durchlaufen hat. Dies hat ihm viele Abkürzungen beschert und damit seine Start- und Landebahn erhöht. Nach der deutschen Wiedervereinigung ist die Region Berlin und Brandenburg noch immer eine benachteiligte Region und wird daher überdurchschnittlich gefördert.