Was Sie als Niederländer über die deutsche Elternzeit wissen sollten

Ob Arbeitgeber oder Arbeitnehmer in Deutschland, für viele Niederländer sind die deutschen Regelungen zur Elternzeit gewöhnungsbedürftig. Die Elternzeit in Deutschland ist eine unbezahlte Freistellung zur Betreuung eines neugeborenen Kindes. Der größte Unterschied zu den Niederlanden besteht darin, dass dieser Urlaub maximal drei Jahre betragen kann. Darauf haben sowohl der Vater als auch die Mutter Anspruch.

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Rechtsanwältin (Rechtsanwältin in Deutschland) und Fachanwältin für Arbeitsrecht (Fachanwältin für Arbeitsrecht) Anja Romijnders van STRICK Rechtsanwälte & Steuerberater aus Kleve und berät regelmäßig Arbeitgeber und Arbeitnehmer zu diesem Thema. Arbeitgeber und Arbeitnehmer, die damit konfrontiert sind, müssen sich gut vorbereiten, sagt sie. „Das kann je nach Situation unterschiedlich sein.“

Anspruch auf maximal 3 Jahre unbezahlte Elternzeit

Der Elternurlaub beginnt erst nach den 8 Wochen des „Mutterschutzes“, den Mütter nach der Geburt erhalten. Für Väter kann der Urlaub ab dem Tag der Geburt beginnen. „Das bedeutet, dass Mütter grundsätzlich bis zum dritten Geburtstag des Kindes Anspruch auf unbezahlten Urlaub haben.“ Eltern können selbst entscheiden, ob sie diese gesamte Zeit nutzen, sagt sie. „Eltern können sich auch dafür entscheiden, kürzeren Urlaub zu nehmen oder für einen bestimmten Zeitraum weniger Stunden zu arbeiten.“

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Es ist möglich, dass die Eltern den Urlaub in mehrere Zeiträume aufteilen. Zwischen dem 3. und 8. Lebensjahr des Kindes können die Eltern den noch nicht verbrauchten Urlaub für die Elternzeit reservieren. „Bei Kindern zwischen 0 und 3 Jahren müssen die Eltern dem Arbeitgeber spätestens 7 Wochen schriftlich mitteilen, dass sie Urlaub beantragen wollen. Bei Kindern zwischen 3 und 8 Jahren muss dies mindestens 13 Wochen im Voraus erfolgen.“

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Teilen Sie den Urlaub auf oder verwenden Sie alles auf einmal

Das deutsche Recht sieht vor, dass jeder Elternteil seine Elternzeit in maximal drei Perioden aufteilen kann, sagt Romijnders. „Wenn du es noch weiter aufschlüsseln willst, brauchst du die Erlaubnis deines Arbeitgebers.“ Der Arbeitgeber kann auch Kindern über drei Jahren eine dritte Urlaubszeit verweigern. „Dafür gibt es triftige betriebliche Gründe.“

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Eltern können ihren unbezahlten Urlaub auch früher kündigen oder verlängern, sagt der Anwalt. „Der Arbeitgeber muss dem zustimmen.“

Elterngeld und Kindergeld

Für Arbeitgeber sei interessant zu wissen, dass beurlaubte Eltern weniger Urlaubstage haben, sagt sie. „Über ein Jahr Urlaub kann der Anspruch des Arbeitnehmers für jeden vollen Kalendermonat um ein Zwölftel gekürzt werden.“Ausnahmen gibt es viele und es hängt wirklich vom Einzelfall ab, was Ihnen letztendlich zusteht.“

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Wenn eine niederländische Mutter mit ihrem Kind in Deutschland lebt und arbeitet, hat sie trotzdem Anspruch darauf. „Informieren Sie rechtzeitig, welche Situation auf Sie zutrifft und wo Sie diese beantragen können. Den Antrag können Sie nach der Geburt selbst stellen.“

Auch das Kindergeld in Deutschland sei mit 202 Euro im Monat deutlich höher als in den Niederlanden, sagt der Anwalt. „Das können Sie bei der Familienkasse in Saarbrücken beantragen.“