Wie sich Unternehmer aus dem Osten der Niederlande und Nordrhein-Westfalen bei Industrie 4.0 gegenseitig helfen können

Wie wird sich die Digitalisierung der Industrie auf die östlichen Niederlande und Nordrhein-Westfalen auswirken?

Im Auftrag des Exportprogramms GO4EXPORT von Oost NL untersuchten niederländische und deutsche Studierende des Studiengangs Globales Projekt- und Veränderungsmanagement der Fachhochschule Windesheim in Zwolle, wie beide Regionen in dieser Hinsicht zusammenarbeiten können.

Smart Industry ist keine Sache der Zukunft: Es passiert bereits

Konzepte wie Internet of Things (IoT), Smart Industry oder Industrie 4.0 beziehen sich oft auf futuristische Projekte. „Aber die Digitalisierung der Branche ist bereits in vollem Gange“, sagt Michiel Hamming, einer der Studenten, die an dem Bericht mitgewirkt haben. „Die Unternehmer aus beiden Ländern, mit denen wir gesprochen haben, nennen diesen Trend unvermeidlich. Wir haben mit ihnen interessante Trends und Szenarien abgearbeitet.“

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Neben den positiven Seiten sehen die Experten, die an dem Bericht teilnehmen, auch wichtige Punkte, die beachtet werden müssen. Es gibt beispielsweise Bedenken hinsichtlich der Sicherheit von geistigem Eigentum, wenn jeder Informationen mit jedem teilt. „Wir haben auch oft gehört, dass es Bedenken gibt, wie die Menschen selbst einer erfolgreichen Einführung neuer Systeme im Wege stehen“, ergänzt die Kommilitonin Chiara Moenter. „Es geht um Vertrauen und den Mut zur Transparenz.“

Verbindungen zwischen den östlichen Niederlanden und Nordrhein-Westfalen

In dem Bericht betrachten die Studierenden vor allem die Fertigungsindustrie, die Automobilindustrie und welche Verbindungen es zwischen den östlichen Niederlanden und Nordrhein-Westfalen gibt. Sie sprachen mit 13 Experten und kontaktierten insgesamt 200 Unternehmer. Für die Forschung verwendeten sie die sogenannte Delphi-Methode, in der vier Zukunftsszenarien skizziert werden. Von der extrem schnellen Entwicklung zur Stagnation.

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Die Erarbeitung dieser Szenarien sei daher ein Ausgangspunkt für eine Diskussion über die Zukunft der verarbeitenden Industrie im Osten der Niederlande und in Nordrhein-Westfalen, so Hamming. „Auf dieser Basis sieht man, wo man besser zusammenarbeiten kann.“

Strategische Zusammenarbeit

Dank ihrer Forschung sehen die Studierenden viele Möglichkeiten der Zusammenarbeit, sagt Moenter. „Deutschland ist als Produktionsland natürlich ein Global Player. Und im Osten der Niederlande gibt es viele kleinere Hidden Champions, die in der Smart Industry einen langen Weg zurückgelegt haben. Zum Beispiel im Bereich Machine Learning, Künstliche Intelligenz und Hightech-Montagebänder. Beide Regionen können sich dort gut ergänzen.“

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Die Studierenden sehen aber auch Chancen auf einer anderen Ebene. „Denken Sie an eine strategische Partnerschaft“, sagt Hamming. „Zum Beispiel beim Teilen von Daten oder der intelligenten Bündelung der Logistik. Und das sind nur zwei Beispiele.“

Gegenseitiges Vertrauen ist entscheidend

Voraussetzung für eine solche Zusammenarbeit ist großes Vertrauen zueinander und in die neue Technologie.„Es geht also darum, diese Angst zu nehmen und zu zeigen, wie jeder davon profitieren kann. Vielleicht wird dieser Prozess irgendwann nur durch einen Mediator beginnen.“

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Schwierig ist auch, dass dieser Prozess für jedes Unternehmen anders sein kann. „Es gibt nicht die eine Lösung, die für alle funktioniert“, sagt Moenter. Viele Unternehmer fragen sich, welche Schritte sie genau unternehmen sollen, stellt sie fest. „Deshalb ist eine interne Analyse notwendig, was können wir im aktuellen Prozess bereits digitalisieren? Aber auch ein Blick von außen ist notwendig, vielleicht entstehen dank IoT neue Erlösmodelle.“

Runde Tische mit Unternehmern

Die Studierenden stellten die Bereitschaft der Unternehmen fest, sich am Thema Unternehmer zu beteiligen. „Wir haben in relativ kurzer Zeit viele Leute angesprochen“, sagt Hamming. „Die Resonanz war sehr positiv.“

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Kunde Hans Brouwers von GO4EXPORT freut sich über den Bericht. Gemeinsam mit den Studierenden und Kennispoort Zwolle organisiert er daher diesen Herbst einen Runden Tisch, um konkrete Schritte mit Unternehmern zu unternehmen.